Wie viele Drittel hat ein Ganzes? So klar die Antwort zunächst ist, so unklar wird sie für Leser der „Presseinformationen“ des Verbandes der Privaten Bausparkassen in Bonn. „Durch die Mitfinanzierung von über 158 000 Neubauten“, erklärte der Verband unter Hinweis auf den Finanzierungsbeitrag der Bausparkassen, seien „1981 rund 350 000 Arbeitsplätze gesichert worden“.

Dabei muß man freilich bedenken, daß es im Baugewerbe insgesamt nur 1,1 Millionen Beschäftigte gibt, also nur knapp dreimal soviel wie die Bausparkassen in Lohn und Brot gehalten haben wollen.

Doch auch andere haben Bauleistungen finanziert: Die Bauherren selbst (die einen Teil ihrer Eigenmittel überdies in die Bausparverträge gesteckt haben), die Banken und die Hypothekenbanken, die Sparkassen, die Volksbanken und Raiffeisenbanken. Auch die Versicherungen und die Arbeitgeber könnten noch Beiträge zur Beschäftigung für sich reklamieren.

Kurzum: Wir müßten nach dieser Rechnung auf dem Bau eine heillose Überbeschäftigung registrieren – es sei denn, die Rechnung stimmte nicht.

Hinter solchen übertriebenen Zahlenspielereien steht das Bemühen der Bausparkassen, den Gesetzgeber zu einer weiteren Unterstützung ihrer Tätigkeit zu verleiten. Der Grund hat sich herumgesprochen: Eine gewisse Sorge um die Beständigkeit des Bauspargeschäfts.

Diese Sorge wird allerdings gelegentlich arg übertrieben dargestellt. Einen starken Rückgang des Neugeschäfts hat es auch schon 1967 gegeben, ohne daß Bausparkassen und Bausparern nachhaltiger Schaden widerfahren wäre. Doch haben sich jetzt in der Tat die für die Bausparer wichtigen Zuteilungsfristen für ihre Kredite verlängert.

Nicht nur das Neugeschäft läßt zu wünschen übrig, sondern auch die regelmäßigen Sparleistungen sowie die von den Bausparern gezahlten Zinsen und Tilgungen kommen langsamer herein als in früheren Jahren.