Die Kosten der Falkland-Expedition haben die Ausgaben eines großen Marinemanövers inzwischen weit hinter sich gelassen, vor allem nach dem Verlust des Zerstörers Sheffield und von drei Flugzeugen des Typs „Harrier“. Dennoch betont die Regierung in London, daß die Kosten gering seien angesichts eines Verteidigungsbudgets von 14 Milliarden Pfund, also etwa 58 Milliarden Mark (deutscher Verteidigungsetat: rund 45 Milliarden Mark). Eine sehr grobe Schätzung der bisher entstandenen Kosten beläuft sich auf hundert Millionen Pfund.

Die Regierung requiriert in schneller Folge Handelsschiffe und rüstet sie für den kriegerischen Gebrauch um. Die Canberra von P+O wurde nach der Rückkehr von einer Kreuzfahrt ein Truppentransporter; das gleiche Schicksal ereilte die luxuriöse Queen Elizabeth 2. Über zwanzig Millionen Pfund (84 Millionen Mark) hat die Regierung bisher an Chartergebühren gezahlt. Allerdings moniert P+O schleppenden Geldeingang.

Die Fertigstellung von in Bau befindlichen Kriegsschiffen wird beschleunigt. Ein Ersatz für die Sheffield würde heute weit über 100 Millionen Pfund (420 Millionen Mark) kosten. Nach einem Pressebericht haben Schatzamt und Verteidigungsministerium eine Milliarde Pfund (4,2 Milliarden Mark) als Kosten für einen Krieg um die Falklands genannt. Aber diese schöne runde Summe sagt nicht viel, da man die Annahmen der Schätzung nicht kennt.

Die Börsenmakler der Firma Phillips + Drew haben deshalb selber einmal nachgerechnet. Ihr wichtigstes Ergebnis: „Unter den gegebenen Umständen könnten wir vielleicht einer Steuersenkung in diesem Jahr verlustig gehen.“ Die Makler würden sich aber erst Sorgen machen, „wenn die zusätzlichen Falkland-Kosten über eineinhalb Milliarden Pfund (6,3 Milliarden Mark) hinausgehen“.

Nicht berücksichtigt sind die Kosten der Handelssanktionen, empfindliche Verluste der Banken und der Regierung im Falle argentinischer Zahlungsunfähigkeit oder die Verluste bei einer Beschlagnahme von britischem Vermögen in Argentinien.

Wilfried Kratz