Für Ferdinand. Hodler – wie der im gleichen Jahr wie er (1853) geborene van Gogh in einer armen, und wie der 10 Jahre später geborene Edvard Munch in einer vom Tod umstellten Familie aufgewachsen – war die von ihm entwickelte Theorie der Parallelität eine Kunst- und eine Lebensphilosophie zugleich. Sein Bekenntnis "Nichts erfreut mich mehr als geordnete Formen" hatte seine Herkunft im Idealismus der deutschen Romantik und fand eine Nachbarschaft im symbolistischen Werk seines Freundes Gustav Klimt. Die Schweizer, Berglandschaft mit ihren dazwischengestreuten Seen war ein für seine Bekenntnisse ideales Motiv. In der im Wasser gespiegelten Wiederholung verdoppelt sich die fest umrissene Natur, wird das, was vielleicht Zufall war, "das Reguläre" und die "universale Manifestation". Die Monographie von Sharon L. Hirsh ("Ferdinand Hodler"; Verlag Prestel, München; 144 S., 78,– DM) bringt das Werk des von seinen Landsleuten vaterländisch gefeierten Malers in neue Zusammenhänge.