Reporter: „... liebe Zuschauer, wir melden uns hier aus dem ‚Falkland-Stadion‘ vom Spiel um den Falkland-Cup zwischen Titelverteidiger England und seinem Herausforderer Argentinien. Spielstand: Unentschieden. In diesem Augenblick greifen die Engländer einen argentinischen Fischkutter mit Mordwaffen an, Volltreffer! Vergebens reklamieren die Argentinier Abseits. Die Heftigkeit der Kämpfe ist etwas abgeflaut. Das zwar immer spannende, alles in allem jedoch klassenarme Match hat an Tempo verloren. Zu viel steht auf dem Spiel, das drückt aufs Niveau.

Nach den ersten harten Auseinandersetzungen im Mittelfeld und entsprechenden Verlusten ist etwas Ruhe ins Spiel gekommen. Beide Seiten sind vorsichtiger geworden. Bei leichter Feldüberlegenheit der Engländer nützen die Argentinier ihren Heimvorteil geschickt aus, wobei sie sich nach dem Ausfall ihres Spielmachers General Belgrano, der außerhalb des argentinischen Strafraums von den Engländern regelwidrig angegriffen und durch einen Bombenschuß außer Gefecht gesetzt wurde, auf die Verteidigung ihres Torraums beschränken. Die kampferprobten, renommierten Engländer kamen mit vielen Vorschußlorbeeren angereist. Sie glaubten, den Sieg schon in der Tasche zu haben, scheinen aber ihren Gegner – meist junge, ungestüme Amateure – unterschätzt zu haben und halten sich nach dem Ausscheiden ihres schwerverletzten Libero-Zerstörers Sheffield etwas zurück.

Beide Seiten können mit starker Unterstützung ihrer Fans rechnen. Bei den neutralen, unvoreingenommenen Zuschauern macht sich hingegen eine gewisse Enttäuschung breit. Sie hören vielleicht das kräftige Buh von den Zuschauerrängen, man ruft nach einem Schiedsrichter, der dem grausamen Spiel ein Ende machen soll. Angesichts der miserablen Sichtverhältnisse auf dem Spielfeld haben wir etwas den Überblick verloren. Ist schon ein spielentscheidender Volltreffer gefallen? Wird es eine Pause geben? Strebt das Spiel erst jetzt seinem Höhepunkt zu, und werden wir eine Verlängerung erleben?

Nein, es scheint weiterzugehen. Der englische Angriff rollt, bricht sich aber immer wieder an der eisenharten, sich nichts schenkenden Abwehr der Argentinier. – In meiner Sprecherkabine sitzt jetzt Götz Kork, ein vielerprobter Schlachtenbummler. „Götz, was sagen Sie zum bisherigen Spielverlauf?“

„Also ehrlich gesagt, Jörg, mir ist das Spiel zu hart, zu viele unschöne Szenen, vor allem seit beide Seiten Blut geleckt haben; das ist schon kein Sport mehr...“ „Und was halten Sie von der flauen Reaktion des Publikums, Götz?“ „Mich überrascht sie nicht, denn diese Paarung Argentinien-England ist in dieser Sportart nicht sehr zugkräftig. Die Zuschauer können sich mit beiden Teams nicht identifizieren und hätten darum eine Ost-West-Begegnung vorgezogen, womit aber wohl erst im Endspiel zu rechnen ist...“

„Tschuldigen Sie, Götz, auf dem Spielfeld scheint sich etwas zu tun, jawohl, die Engländer werfen jetzt ihre Reserven in die Schlacht... ist das schon der seit langem erwartete Großangriff auf das argentinische Tor? ... jetzt! ein Schuß aus dem Hinterhalt... tooooot... tooooot... toooooooot!!!“