Notizen aus einer Hofgemeinschaft

Von Sybille van Geem

Auf dem Mühlenhof hat es Nachwuchs gegeben: Alaska hat endlich ihr Fohlen geboren, fast drei Wochen später als vorgesehen. Es ist ein Hengst, braun mit einem weißen Stern auf der Stirn, der in eine schmale Blesse übergeht. Askalon – so haben wir ihn genannt – ist vital, übermütig, neugierig und frech – ein Fohlen zum Liebhaben.

Askalon ist das zweite Fohlen dieses Frühjahrs auf dem Mühlenhof. Vier Wochen vor ihm wurde Almeria – genannt Millie – geboren, ein braunes, bildhübsches Stutfohlen. Und die sechzehnjährige Andorra, unsere älteste Stute, wird Ende Mai ihr Fohlen bekommen.

Der Mühlenhof, etwa 40 Kilometer westlich von Hamburg am Rande eines Dorfes gelegen, ist ein Resthof, zu dem fünf Hektar Weideland gehören, zwei Wohnhäuser, ein großes Stallgebäude, ein überdachter offener Wagenschuppen und ein Schweinestall.

In den beiden Wohnhäusern, einem repräsentativen, großzügigen Gutshaus und einem wesentlich kleineren ehemaligen Gesindehaus, leben vier Frauen, die diesen Bauernhof seit einigen Jahren gepachtet haben und bewirtschaften, sowie sechs Labrador-Hunde. Im Stall, der vor unserem Umbau Kuhstall war, leben zehn Pferde, darunter die beiden Fohlen und das Pony Susi, dann die Katze Caesar und im Sommer ungezählte Schwalben.

In der Remise stehen die Maschinen und Geräte, die wir zur Pflege der Koppeln und zum Heu- und Strohmachen brauchen. Und im Schweinestall werden jetzt Gartenmöbel, ausrangierte Ofen, Schrankbretter, Skier, Holzreste zum Ausbessern der Koppeltore und -zäune und ähnliches aufbewahrt.