Albert Victor, der ehemalige Chef der „Neuen Heimat“, besteht auf seiner Rehabilitierung

Von Ben Witter

Der fristlos entlassene „Neue Heimat“-Chef hat einen Bungalow in Wedel bei Hamburg, wo es treppauf und treppab geht, überall Marmor unter den Brücken und Teppichen. Unten sind die Fenster vergittert. Kunstschmiede formten Blütenmuster. Einbrecher waren schon zweimal da. Und wegen der Todesdrohungen gegen Vietor macht die Polizei Kontrollfahrten. „Ich kann weder Bäume schneiden noch Pflanzen pflegen“, sagte er auf dem Holzbodensteg zum Gartenweg und trat auf Gras.

Sein Arbeitszimmer ist im Untergeschoß. Vom Schreibtisch bis zur Liege ist höchstens Platz für vier Schritte vor und zurück. Wir bogen in den nächsten Gang ein. Gänge wie auf einem Dampfer. Links und rechts gehen Zimmer ab. Am Ende war ein Swimming-pool und hallende Weite unter der Decke. Der Tennisplatz hinterm Haus wird nicht mehr betreten, und auf dem Bocciafeld wusch der Regen Schmutz von Wurfbällen. Der Wald dahinter gehört der Stadt.

Albert Vietor blieb stehen: „Ich gehe nie spazieren, ich muß immer ein Ziel vor Augen haben, und was ich mache, das mache ich ganz. Und wenn ich im Auto sitze, sehe ich nur Ampeln. Ich habe meine Frau einmal gefragt, ob in der S- und U-Bahn eigentlich Toiletten sind.“

Schach dem Computer

Von dem Ledersofa im Wohnzimmer aus gehen die Blicke breit nach draußen, aber Vietor hatte seine Blicke vorn auf dem Biedermeiertisch mit dem Schachbrett und dem Computer. Seit Mitte Februar spielt er gegen ihn.