ienstleistungen sind in der Bundesrepublik unbeliebt. Das gilt nicht nur für den „Bund“, dessen Ruf die jungen Männer nur langzähnig folgen, das gilt auch für das älteste aller Dienstleistungsgewerbe, für Handel und Wandel. Wie anders wäre es zu erklären, daß in der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft jetzt Überlegungen angestellt werden, den Dienst am Kunden noch weiter einzuschränken und auch noch den einen verkaufsoffenen langen Samstag im Monat abzuschaffen, weil es angeblich „keinen erkennbaren Bedarf“ gibt.

Fast gleichzeitig kommt jedoch die Nachricht, daß der Handel den letzten langen Samstag positiv wertete. Und der Erfolg der Klett-Ladenpassage am Stuttgarter Hauptbahnhof mit Öffnungszeiten bis 22 Uhr zeigt, daß bei den Kunden sehr wohl ein Bedarf an längeren Einkaufszeiten besteht.

Obwohl auch die Bundesregierung die Ladenschlußregelung nicht für „optimal“ hält, traut sie sich nicht an eine Änderung. Anscheinend hat es sich noch nicht herumgesprochen, daß der Dienstleistungsbereich für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung immer mehr Bedeutung gewinnt. Der Kunde ist König? Den Handel schert es wenig, wann Seine Majestät einkaufen möchte. Ihm wird die Zeit hierfür zugewiesen, so wie einst im Tausendjährigen Reich auch die Waren. hm