Die Befriedigung über den vom Zentralbankrat beschlossenen Fortfall des Sonderlombard hielt sich in Grenzen. Die Kurse der festverzinslichen Papiere waren sogar in den vergangenen Tagen leicht rückläufig. Von Zinssenkung war keine Rede mehr. Enttäuscht darüber waren vor allem jene, die sich in Erwartung weiter steigender Kurse reichlich mit festverzinslichen Papieren eingedeckt hatten, Bestände, die nicht lange durchgehalten werden können und deshalb in den Markt zurückgeschleust werden.

Die Großanleger halten sich zurück. Sie spekulieren darauf, daß der Zins in der Bundesrepublik im zweiten Halbjahr noch einmal wieder anzieht, nämlich dann, wenn sich herausstellt, daß die Finanzierungslücken der öffentlichen Hände viel größer sind, als es die staatlichen Etatplaner errechnet haben.

Verkäufe gibt es auch beim Publikum. Von den Banken wird berichtet, daß sich immer mehr Kunden für die in Dollarpapieren erzielbaren hohen Zinsen interessieren. Milliardenbeträge fließen zur Zeit in ausländische Wertpapiere, die zum Teil noch Zinsen von 15 Prozent und mehr bringen. Bei einem Dollarpreis von unter 2,30 Mark wird das Währungsrisiko als gering betrachtet. Tiefer als 2,20 Mark – so heißt es – wird der Dollar dauerhaft nicht sinken.

Reizvoll sind nicht nur die hohen Renditen der Dollar-Anleihen. Gekauft werden sie auch in Erwartung sinkender Zinsen in den USA. Sie würden die Kurse der Dollar-Anleihen kräftig steigen lassen. Die Aussichten auf eine Zinssenkung in den USA sind gestiegen. K. W.