Von Norbert Jochum

Warum er eigentlich Filme mache, frage ich ihn, und er sagt, das sei ganz von allein gekommen; mit vierzehn oder fünfzehn habe er in der Schule angefangen zu behaupten, er werde Regisseur.

„Dazu kam, daß ich viele Begabungen hatte, aber keine von denen war wirklich groß – ich war ein ganz begabter Musiker, ohne wirklich ein großer Musiker sein zu können, ich konnte ganz gut schreiben, ohne ein großer Schriftsteller werden zu können, und ich konnte ganz gut malen, ohne das Gefühl zu haben, Rembrandt zu sein.“

Das Gefühl, viele Begabungen zu haben. Und die Suche nach einer Kunstform, die diese verschiedenen – jede für sich genommen: disparaten – Begabungen zu einer Einheit zusammenfaßt. Unzufriedenheit und Neugierde. Und die Suche nach der Synthese, die in der synthetischen Kunst, in der Kunst der Synthese ihr Ziel findet: „Dann kam die Faszination des Kinos hinzu. Ich bin ein Mensch, der die Technik sehr liebt, die praktische Arbeit. Aber auch das Intellektuelle, das Begreifen von Dingen, und den Umgang mit Menschen. Irgendwie hatte ich das Gefühl: Mensch, das Kino ist eigentlich das Beste.“

Roland Klick hat viel weniger Filme gemacht als der jüngere Rainer Werner Fassbinder; viel bessere Filme als der gleichaltrige Volker Schlöndorff; und, auf ihre andere Art, ebenso intelligente Filme wie der ältere Alexander Kluge.

Unter diesen ist Roland Klick der Unbekannteste; und der einzige Unterschätzte.

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