Herzkranke, die an chronischem Vorhofflimmern leiden, müssen ein doppelt so hohes Sterblichkeits-(Mortalitäts-)Risiko tragen wie der Durchschnitt ihrer Altersgenossen. Das hohe Risiko ermittelten amerikanische Epidemiologen bei der Auswertung der berühmten Framingham-Studie: Bei dieser fortdauernden Untersuchung kontrollieren Ärzte seit 22 Jahren regelmäßig den Zustand von Herz und Kreislauf bei 2325 Männern und 2866 Frauen im Alter von 30 bis 62 Jahren (zu Beginn der Studie). Alle überwachten Personen sind (oder waren) Bürger des Städtchens Framingham bei Boston, Massachusetts. Wie die Epidemiologen um William Kannel Ende April im New England Journal of Medicine berichteten, trat das Vorhofflimmern während des Untersuchungszeitraums bei jeweils 49 Männern und Frauen auf. Bei diesen Patienten gehen von den beiden Vorhöfen – sie sind den eigentlichen Herzkammern vorgeschaltet – nur ungeordnete elektrische Impulse aus: Statt gleichmäßigen Reizen zeichnet das EKG bei solchen Kranken nur sogenannte „Flimmerwellen“ auf, deren Größe, Gestalt und Frequenz ständig wechseln. So kommt es zu einem schnellen und unregelmäßigen Herzschlag, der zu Blutgerinnseln im Vorhof führen kann, die wiederum einen Gehirnschlag verursachen können. Als Mittel gegen das Flimmern setzen Ärzte den Pflanzenwirkstoff Digitalis oder bestimmte Elektroschocks („Elektrokardioversion“) ein. Bislang herrschte große Unsicherheit über die Häufigkeit dieser gefährlichen Herzrhythmusstörung. Laut Kannel & Co. lag das Risiko für alle Beteiligten der Framingham-Studie, innerhalb von zwei Jahrzehnten an Vorhofflimmern zu erkranken, bei zwei Prozent. Für die direkt Betroffenen stehen die Chancen auf ein langes Leben freilich sehr schlecht: 60 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen, die während des Beobachtungszeitraumes Vorhofflimmern entwickelten, starben – durchschnittlich sechs Jahre nach der Entdeckung des Leidens.

Einen magnetischen Monopol glaubt der amerikanische Physiker Blas Cabrera von der Stanford-Universität entdeckt zu haben. Die Existenz eines derartigen magnetischen „Urbausteins“ sagte der britische Physiker Paul Dirac schon 1931 voraus. Demnach könnten magnetische Teilchen existieren, die ausschließlich auf „Nord“ oder „Süd“ gepolt sind (und nicht, wie alle bekannten magnetischen Phänomene, einen Nord- und Südpol besitzen). Cabrera berichtete erste Einzelheiten seiner Entdeckung bei einem Symposium Ende April: Um 13.53 Uhr am 14. Februar registrierte seine hochfeine, bis fast zum absoluten Nullpunkt abgekühlte „magnetische Mausefalle“ plötzlich einen achtstufigen Anstieg des magnetischen Flusses – genauso, wie es Diracs Theorie für den Durchflog eines magnetischen Monopols voraussagt. „Wir fanden bisher keine einfache Möglichkeit“, bewertet Cabrera seine Entdeckung, „das Ereignis einfach wegzudiskutieren“. Sollte der Fund bei weiteren Experimenten bestätigt werden, hätte dies große Folgen für die verschiedenen, miteinander Konkurrierenden „großen Vereinigungstheorien“ (englisch: grand unified theories): Sie alle versuchen, drei der vier bekannten Urkräfte (elektromagnetische, schwache und starke Wechselwirkung) auf eine einzige „große Kraft“ zurückzuführen – und das geht nur, wenn es die magnetischen Monopole gibt. Den Theorien zufolge entstanden die Monopole kurz nach dem „Urknall“ vor etwa 18 Milliarden Jahren, als sich die urtümliche „große Kraft“ in die heute noch herrschenden Naturkräfte aufspaltete. GH