Die Hamburger haben ihren neuen Rathausplatz. Die Keiferei, mit der CDU und FDP das Projekt ebenso begleitet haben wie die meisten Zeitungen der Stadt, ist inzwischen weitgehend verstummt. Nur der FDP-Chef Brunnstein kämpft noch die Schlachten von gestern und rechnet zum x-ten Mal vor, daß das Geld für den Bau heute bei den Sozialausgaben fehle.

Brunnstein und all die anderen Klageweiber vergessen allerdings, daß ohne diese Investition in die Schönheit der Stadt die Sozialausgaben auch höher wären, weil dann noch mehr arbeitslose Bauarbeiter unterhalten werden müßten. Die Millionen für den neuen Rathausmarkt sind schließlich in Einkommen verwandelt worden.

Im übrigen brauchen wir gerade heute in einer Zeit allgemeiner Wehleidigkeit und Miesepetrigkeit ein paar Projekte, die „Mut zur Zukunft“, demonstrieren. Zur Lebensqualität einer Kommune tragen nicht allein Altersheime, Kliniken und Beratungsstellen für Suchtkranke oder Sozialhilfeempfänger bei. Die Menschen möchten sich in ihrer City auch wohl fühlen, brauchen Bauten und Plätze, an denen sich der Bürgerstolz entzünden kann. Hätten Römer und Venezianer immer so gedacht wie die knickrigen hanseatischen Kaufleute, dann hätten sie der Nachwelt keine so großartigen Städte hinterlassen. mj