Auch dividendenlose Aktien können Freude bereiten

Die sogenannten „Gummi-Aktien“ zählen zu den Sorgenkindern der deutschen Börse. Die Hersteller von Gummierzeugnissen, insbesondere von Reifen, bewegen sich seit Jahren am Rande der Rentabilität oder in den roten Zahlen. Dennoch ließ sich auch an ihren Aktien in diesem Jahr Geld verdienen.

Die Continental Gummi-Werke AG, Hannover, muß für 1981 die Dividendenzahlungen ausfallen lassen. Der Jahresüberschuß ist drastisch von 13,5 Millionen Mark auf 0,6 Millionen zurückgegangen. Der Umsatz hat im vergangenen Jahr praktisch stagniert. Die nach achtjähriger Pause für 1980 gezahlte Dividende von 2,50 Mark war also nur eine Eintagsfliege.

Wieder einmal leer gehen auch die Aktionäre der Phoenix AG, Hamburg-Harburg, aus. Sie hatten zuletzt für das Geschäftsjahr 1975 eine Ausschüttung von 2,50 Mark erhalten.

Gleichwohl, meine verehrten Leser, ist der Kurs der Conti-Aktie seit Jahresbeginn um mehr als 25 Prozent und die Notiz der Phoenix-Aktie in der gleichen Zeit um mehr als 70 Prozent gestiegen. Was steckt dahinter?

Als Kurslokomotive hat sich in diesem Fall die Phoenix-Aktie erwiesen. Das Harburger Unternehmen hat nach sieben Jahren erstmals wieder ein positives Betriebsergebnis erwirtschaften können; es weist einen von 1,72 Millionen auf 5,71 Millionen Mark gestiegenen Jahresüberschuß aus, der sich um den Gewinnvortrag auf 7,5 Millionen Mark erhöht. Daraus würde sich, bequem eine Dividende auf das 50 Millionen Mark betragende Aktienkapital darstellen lassen.

Ob die Käufer der Phoenix-Aktien, die in den letzten Monaten für den sensationell gestiegenen Kurs sorgten, auf eine Dividende spekuliert oder „nur“ die bessere Ertragslage als ausreichend für eine Neubewertung der Aktien angesehen haben, ist letztlich gleichgültig. Eine Dividende hätte den Kurs vermutlich nicht viel weiter nach oben gebracht.