Von Peter Christ

Die Methode hat längst jede Originalität verloren, gleichwohl erzielt sie oft die gewünschte Wirkung: Wer immer etwas beweisen will, ob Partei, Unternehmen oder Verband, engagiert einen Gutachter, am besten einen bekannten Professor. Mangel herrscht da nicht. Gegen gutes Honorar finden sich immer wieder Gelehrte, die beinahe alles wissenschaftlich untermauern, solange man nicht gerade die Widerlegung der Naturgesetze von innen verlangt. Aber der zahlungsfähige Auftraggeber kann sich schon darauf verlassen, daß der Herr Professor ihm gutachterlich bestätigt, recht zu haben, honorig oder doch besser als der Leumund zu sein.

Nun gibt es Fälle, in denen Professoren nicht mehr helfen. Dann bleibt gelegentlich nur ein Wirtschaftsprüfer. Doch dessen Ermessensfreiheit ist durch Gesetz und Standesrecht beengt. Da hilft kein Honorar. Dafür wiegt sein Spruch schwerer, zumal dann, wenn ihn ein Wirtschaftsprüfer einer angesehenen Gesellschaft wie der Deutschen Treuhand fällt.

Prüfer dieser renommierten Gesellschaft, deren Seriosität außer Zweifel steht, bekamen nun im März von der Firma Franz A. Pabelick & Co. GmbH., Hamburg, mehrere Prüfungsaufträge. Aus gutem Grund. Es gilt, das Ansehen zu retten. Das steht auf dem Spiel, seit der Spiegel den jüngsten Skandal um die Neue Heimat aufgedeckt hat.

Denn die Firma Pabelick und einige ihrer Tochtergesellschaften pflegen und pflegten enge Geschäftsbeziehungen zum Gewerkschaftskonzern und etlichen seiner leitenden Leute. In die Schußlinie geriet vor allem die Pabelick-Tochterfirma tele-therm, die Heizzentralen baut, betreut und Fernwärme an Wohnungen, auch und vor allem an Wohnungen der Neuen Heimat, verkauft. Nichts Ehrenrühriges, wenn nicht an einer der Gesellschaften, der tele-therm (Lübeck), zehn Manager der Neuen Heimat, sowie deren Aufsichtsrat und oberster Finanzverweser der Gewerkschaften, Walter Hesselbach, beteiligt gewesen wären.