Von Gesine Froese

Unter den Besitzern von Ferienwohnungen und -häusern gibt es durchaus welche, die sich zufrieden die Hände reiben. Man findet sie im Kreise der Betuchten, die sich für teures Geld in teuren Regionen Objekte leisten können, die wiederum ohne Schwierigkeiten für teures Geld zu vermieten sind. Für sie hat sich der Kauf von Zweit-Eigentum „rentiert“. Gelohnt hat es sich aber auch für jene, die vor rund zehn Jahren noch für relativ wenig Geld, dafür ausgestattet mit der Spürnase geschickter Börsenspekulanten, eine Ferienimmobilie in touristischen Edel-Regionen wie St. Moritz oder Seefeld zulegten.

Die meisten Zufriedenen finden sich indes im Kreise derer, die nicht mit hohen Profiterwartungen kauften, sondern sich selbst bedachten und bestenfalls die Last der Kosten durch gelegentliche Vermietung erleichtern wollten. Sie investierten in ein „Plätzchen an der Sonne“, das ihnen vielleicht einmal als Alterssitz dienen soll.

Doch die Zufriedenen unter den Besitzern von Ferienhäusern und -appartements sind in der Minderheit. Diejenigen, für die die Rechnung nicht aufging, stehen laut Umfrage-Ergebnissen ganz vorn. Entweder mußten sie feststellen, daß ihr Ferienhaus immer mehr ins Abseits touristischen Geschehens geriet und daher kaum vermietet werden konnte oder daß es sich zum kostenfressenden Monstrum entwickelte. Zu allem Überfluß mußten sich viele Käufer eingestehen, daß sie ihre Zweitwohnung gar nicht so häufig nutzten, wie sie es von sich selbst erwartet hatten.

Der Traum vom zweiten Heim in der Idylle, von der gewinnbringenden Investition im In- oder Ausland, vom vermietbaren und selbst zu nutzenden Feriendomizil aber beschäftigt nach wie vor unzählige Spekulanten mit dem Glück, gleich, ob sie es in materiellen oder weniger greifbaren Werten suchen. Über 500 000 Deutsche haben sich den Traum schon erfüllt, und die Nachfrage reißt trotz der geschilderten Ernüchterung der bereits mit einem Urlaubswohnsitz versorgten nicht ab. „Wir können uns nicht beklagen“, heißt es aus Kiel, wo die Deutsche Delegation des Internationalen Verbandes der Immobilienmakler (Fiabci – Sitz Paris) beheimatet ist. Der Gesamtumsatz in der internationalen Ferienhausbranche wird auf „einige Milliarden Dollar“ jährlich taxiert.

Probleme am Mittelmeer

Was ist der Grund dafür, daß in den letzten Jahren soviele Besitzer von Zweitimmobilien enttäuscht sind von ihrem einst ferienfroh erstandenen Besitz? Es wurde offenbar fehlinvestiert, es wurden Konjunkturschwankungen nicht mit einkalkuliert, Schwierigkeiten vor Ort nicht ausreichend in Betracht gezogen. Letzteres steht sogar an erster Stelle des Beschwerdekataloges. Da traten Probleme mit den Nachbarn auf („sie machen soviel Krach“) oder welche mit den örtlichen Behörden („zeigen sich stur“). Es wurden Bebauungspläne nicht eingehalten und Versprechungen, die Infrastruktur zu verbessern, nicht eingelöst.