Die politischen Schwierigkeiten zwischen den beiden deutschen Staaten wirken sich auf den Handel offensichtlich nicht aus. In den ersten drei Monaten dieses Jahres konnten westdeutsche Unternehmen ihre Exporte in die DDR um fünf Prozent auf 1,39 Milliarden Mark steigern. Umgekehrt importierte die Bundesrepublik Waren im Wert von 1,68 Milliarden Mark, vierzehn Prozent mehr als im ersten Quartal 1981, stellt das Statistische Bundesamt fest. Besonders interessiert zeigen sich die Bundesdeutschen an Investitionsgüter, land- und forstwirtschaftlichen Produkten und Bergbauerzeugnissen des Partners im Osten. Geliefert werden Produktions- und ebenfalls Investitionsgüter sowie Verbrauchsgüter.

Im Jahresbericht des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) wird die Bonner Koalitionsregierung gehörig gescholten. Ihr wird die Schuld an Wachstumsverlusten, der Unterbeschäftigung, am Ertragsverfall und den erhöhten öffentlichen Defiziten in die Schuhe geschoben. Schlechte Zensuren werden auch der Brüsseler EG-Kommission erteilt, in der sich – so der BDI – immer mehr jene Kräfte bemerkbar machen, die für mehr staatliche Einflußnahme, Abschottung und Erhaltungssubventionen eintreten. Wen wundert’s, daß der Spitzenverband der bundesdeutschen Unternehmen in diesem von ihm gezeichneten tristen Umfeld keinen konjunkturellen Aufschwung erwartet?

Auch die deutschen Banken hauen in dieselbe Kerbe. Im Lagebericht ihres Bundesverbandes appellieren sie an die Regierung, endlich sichere Daten für Investoren zu setzen und die verunsichernde Diskussion über das Beschäftigungsprogramm zu beenden. „Die Wirtschaftstätigkeit in der Bundesrepublik hat weiter keinen Schwung“, stellen die Kreditinstitute fest und fordern eine „grundlegende Verbesserung der Ertragskraft der Unternehmen“.

Wohnungsbauminister Dieter Haack indes verbreitet Optimismus. Er rechnet damit, daß sich angesichts des Zinsrückgangs für langfristige Kredite viele Bauwillige endlich den Wunsch nach den eigenen vier Wänden erfüllten. Unentschlossene warnt Haack vor steigenden Baupreisen, sollte die Bau-Konjunktur tatsächlich anziehen.

Für die Einzelhändler war der März ein Lichtblick. Der Umsatz lag real um knapp zwei Prozent höher als im März des Vorjahres. Da im Januar und Februar besonders schlechte Ergebnisse erzielt wurden, errechnete das Statistische Bundesamt für das erste Quartal insgesamt einen Umsatzrückgang von real drei Prozent. Ho