Unsere Amtssprache

Ein lobenswertes, wiewohl. langwieriges Ziel steuert die Stadtverwaltung von Münster in Westfalen an: Die Mitarbeiter sollen das Amtsdeutsch verlernen. Jeder Verlern-Willige erhält alle zwei Wochen ein Arbeitsblatt, insgesamt zehn Stück, mit der Aufgabe, Amtsdeutsch in verständliches Deutsch zu „übersetzen“. Die Aktion, gestartet vom Oberstadtdirektor, läuft unter dem zweideutigen Titel „Unsere Sprache“.

Schwimmende Adresse

Über 3,5 Millionen Briefe hat das British Forces Post Office bis jetzt an die Soldaten und Matrosen auf der Flotte übermittelt – bei einer durchschnittlichen Laufzeit von elf Tagen. Die Post wird per Flugzeug nach Ascension gebracht und von dort per Schiff auf die einzelnen Einheiten verteilt, was etwa zehn Tage braucht. Schneller geht es mit schwimmfähigen Kleincontainern, die per Fallschirm nahe bei den größeren Schiffen abgeworfen werden. Die augenfälligste Änderung im Hauptgebäude von Mill Hill im Norden Londons: Die Weltkarte in der Eingangshalle wurde ausgewechselt. Auf der alten waren die Falkland-Inseln nicht eingezeichnet.

Es geht aufwärts, Genosse!

Die immer schlechtere Versorgungslage in der Sowjetunion trägt zur Steigerung der Produktion bei – der Produktion von Witzen. Das jüngste Beispiel: Ein Mann verlangt im Geschäft drei Kilo Rindfleisch. „Es gibt kein Fleisch“, lautet die lakonische Antwort. Da wird der Mann wütend und verflucht den Handel, die Bürokratie, die Partei, die den Staat zugrunde gerichtet hätten. Als er das Geschäft verläßt, verwarnt ihn ein Milizionär: „Wägen Sie Ihre Worte, Genosse, es geht bei uns seit Jahren schon aufwärts.“ Was denn besser geworden sei, will der Mann wissen, „Sie selbst liefern das beste Beispiel“, antwortet der Milizionär. „Nach solchen Verleumdungen wie eben wären Sie vor zwanzig Jahren sofort an die Wand gestellt worden.“ Am Abend berichtet der Mann seiner Frau von dem Erlebnis. „Jetzt ist ihnen nicht nur das Fleisch ausgegangen – auch Kugeln haben sie keine mehr.“