DIE ZEIT

Seltsame Wallfahrt

Gut, daß der Vorstand der Grünen sich von der seltsamen Wallfahrt ihres Kollegen Roland Vogt zu Ghaddafi distanziert hat....

Freunde, die sich fremd werden

Der Ausspruch des greisen Kanzlers drängt sich in Erinnerung: Die Lage war noch nie so ernst. Was Konrad Adenauer stets befürchtet hatte, ist nun zu einer realen Gefahr geworden: Die Partner diesseits und jenseits des Atlantiks driften auseinander.

Sieg für Moby Dick

Wann hat es das schon gegeben: Ein wirtschaftlichen Interessenverband beschließt mit Dreiviertelmehrheit, sein traditionsreiches Gewerbe einzustellen.

Östliche Rätsel

Die Einreiseverbote der DDR für den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Vogel und den Kieler CDU-Fraktionsvorsitzenden Hoffmann bleiben rätselhaft.

Ende mit Schrecken

Die Zeit läuft aus. Sieben Wochen nach dem israelischen Einmarsch in den Libanon – der laut wortmächtiger, doch opferverachtender FAZ unwiderstehlich wie „Quecksilber über einem Amboß“ verlief – wird an diesem Wochenende vermutlich die Entscheidung fallen: Der Sturm auf den restlichen, noch von Arafats verlorenem Haufen gehaltenen Teil Beiruts steht bevor.

Europäisch-amerikanisches Verhältnis: Weltpolitik im Badezuber

Bescheiden war die Rolle gewiß nicht, in der Helmut Schmidt auftrat. Seine Reden, beschwörend, bittend oder fordernd beim festlichen Dinner mit Geschäftsleuten in Houston und San Franzisko oder unter gewaltigen Redwood-Bäumen im Freizeitcamp der Macht und Wirtschaftselite, dem Bohemian-Club – sie führten alle am Ende zu der einen Botschaft: "Die USA müssen ihrer historischen, ihrer weltpolitischen Verantwortung gerecht werden.

Zeitspiegel

Im Kampf gegen die Kredit-Schulden im Westen machen die Bulgaren ihrem Ruf als Preußen des Balkan Ehre. Moskaus treuester Verbündeter, der im Westen ohnehin nur mit 3,5 Milliarden in der Kreide steht, nutzt seine Außenhandelsüberschüsse zu regelmäßiger Abzahlung.

Bonner Ferienpause: Die Hauptstadt holt Atem

Preschte nicht ab und zu doch eine Staatskarosse durch die Straßen, man könnte meinen, das Bundesviertel sei der sommerlich verlassene Amtssitz eines Regierungspräsidenten, sagen wir in Arnsberg oder Unterfranken.

Das Ende der „Cap Anamur“: Kein Ruhmesblatt

Mit 285 Flüchtlingen an Bord ist die „Cap Anamur“ nach Hamburg zurückgekehrt. Es war die letzte Fahrt des Schiffes, das Menschenleben nicht mehr länger retten darf, weil die Bundesrepublik weiteren Vietnam-Flüchtlingen kein Asyl mehr gewähren will.

Wolfgang Ebert: Wenn wir alle grün werden

Wenn sie an die jüngsten Erfolge der Grünen denken, sehen unsere Bonner Parteien, die ihren Wählern einst das Grüne vom Himmel versprochen hatten, nur noch grün und ergehen sich, was unsere demokratische Zukunft anbelangt, in Grünmalerei.

Vietnam: "Noch keine Zeit für Frieden"

Thach: Ihr in Europa hattet sechs Jahre Krieg, und Ihr brauchtet mindestens sechs Jahre, um wieder auf die Beine zu kommen. Vietnam hatte dreißig Jahre Krieg, und er war viel schmutziger.

Polen: Jaruzelskis kleine Angebote

Zwei Drittel aller polnischen Internierten, darunter sämtliche Frauen, werden seit der vergangenen Woche einzeln oder gruppenweise auf freien Fuß gesetzt.

Gemeinsam gegen die Großmächte

Gemeinsam repräsentierten sie „das wiedererwachte menschliche Bewußtsein“, befand Muammar Ghaddafi, als ihm westdeutsche Grüne, Alternative und Friedenstheoretiker Alfred Mechtersheim mer ihre Aufwartung machten.

Ein Freund der Deutschen

In der vorigen Woche ist 79jährig der große Erzieher und Freund Deutschlands, der Engländer Robert Birley, gestorben. Unter seiner Obhut sind nach 1945 die deutsch-englischen Beziehungen neu gestaltet worden.

Einfach niedrig hängen!

Vielleicht kann man sagen, daß zu Ferienzeiten die Gesetze der Logik gelegentlich außer Kraft gesetzt werden, sogar in ernsthaften Dingen.

England: Mangel an Großmut

Alles sei viel zu traurig gewesen, schimpfte die rechtsstehende Presse. Nicht einmal „Vorwärts, Soldaten Christi“ sei gesungen worden, fauchte ein ehemaliger konservativer Minister.

Der Bankier Gottes

Der Fall Calvi: Die Moritat vom frommen Finanzier, der mit dem Segen des Klerus Milliarden verschwinden ließ

Heilsame Warnung

Ende der fünfziger Jahre begannen amerikanische Unternehmen, Dollar nicht in den USA, sondern bei Banken in Europa anzulegen.

„Wer wird uns glauben?“

Einen so „guten Magen“, wie ihn Goethes boshafter Mephisto der Römischen Kirche zuschrieb, hat sie längst nicht mehr. Schon gar nicht der Vatikan, dessen Finanzen trotz aller Geheimniskrämerei eine chronische Magenverstimmung offenbaren.

Fernseh-Zeit: Gehälter zum Träumen

In der vergangenen Woche stellte Telebiss einen winzigen Ausschnitt aus dem Rügen-Werk des Bremer Rechnungshofs vor. Es ging um das Finanzgebaren im Sender Bremen, speziell um Ausgaben, die der Intendanz anzulasten sind.

Keine politische Basis für humanitäre Hilfe

Tausende säumten die Kai-Mauern, als das Hospitalschiff des Deutschen Komitees Notärzte, die „Cap Anamur“, am Montagnachmittag an der Überseebrücke im Hamburger Hafen festmachte.

Gefährliche Kirschenernte: Tod im Garten

Die diesjährige gute Kirschenernte in Baden-Württemberg hat auch ihre schlechte Seite: In den Krankenhäusern des Landes häufen sich die Aufnahmen zum Teil schwer verunglückter Kirschenpflücker, und die Polizei im Land meldete in dieser Woche drei tödliche Unfälle.

Zeitgeschichte: Kein neues Bild

Studenten der Geschichte lernen schon im Prosemester, Memoiren müsse man kritisch lesen. Nachzuweisen, daß man mit solcher Prüfung in allen Ehren auch einen Doktortitel erwerben kann, ist nun einem jungen Berliner Historiker gelungen.

Der Coup des Herrn K.

Bei Robert Lembkes TV-Quiz "Heiteres Beruferaten" hätte er gute Aussichten, die Frager erfolgreich irrezuführen. Wie ein Finanzjongleur und Spekulant sieht er wirklich nicht aus; in Sprache, Kleidung und Auftreten ähnelt er eher dem Leiter eines ländlichen Gartenbaubetriebes: Der vielfache Millionär und Bauunternehmer Wilhelm Kuhn aus Wedel im Westen Hamburgs wird auf den ersten Blick meist weit unter Wert taxiert – und das ist eine seiner Stärken.

Kapitalexport: Gezügelt

Wenn es um Geschäfte geht, sind Banken erfinderisch. Das muß auch so sein. Aber es sollten gewisse Spielregeln eingehalten werden.

Bonner Kulisse

Jürgen Egert, Parlamentarischer Staatssekretär im Bonner Arbeits- und Sozialministerium, bezweifelt, daß es der Ärzte-Lobby bei der Neufassung der Gebührenordnung (GOÄ) doch noch gelungen sei, ihrer Klientel die bisherigen ungerechtfertigten Pfründen zu erhalten (Bonner Kulisse vom 23.

Gewerkschaften: Im Irrgarten der Krise

Reden wir nicht von der Neuen Heimat. Der Skandal um den gewerkschaftseigenen Wohnungsbaukonzern hat dem Image der Gewerkschaften geschadet, hat die brüchige Moral mancher Gewerkschaftsführer bloßgelegt und deren mangelhafte Manager-Qualitäten, hat die Gewerkschaften Mitglieder und Geld gekostet.

Banken: Chuzpe

In der Marktwirtschaft nimmt jeder Verkäufer, was er kriegen kann. Seine Forderungen werden allenfalls durch den Wettbewerb begrenzt.

Krankenversicherung: Gleichmacher?

Bei der „Operation ’83“ droht neuer Streit, diesmal um die Kürzung des Krankenkassenbeitrags für Arbeitslose. Bisher wurde dieser Beitrag nach dem letzten Verdienst berechnet.

Italien: Das Pflaster wird unsicher

Nachdem die italienische Polizei den US-General Dozier aus den Händen der roten Terroristen befreien konnte, hat sie jetzt auch den traditionellen Verbrecherbanden schwer zugesetzt.

Japan: Götter, Gräber und Gewinne

Geschickte Menschenführung gehört zu den Erfolgsgeheimnissen der Japaner. Das Prinzip der lebenslangen Beschäftigung fördert die starke Betriebsverbundenheit.

Börsen-Report: Neue Töne aus den USA

Werden in den USA die Zinsen jetzt nachhaltig sinken, wie es sowohl Finanzminister Donald Regan als auch Notenbankchef Paul Volcker der amerikanischen Öffentlichkeit selbstsicher verkündet haben? Der Diskont ist bereits gesenkt worden, und die großen Banken haben ihre Prime Rate zurückgenommen.

Alle Spuren sorgsam verwischen

In den letzten Monaten ist das Interesse deutscher Bürger an einem „Konto in der Schweiz“ schlagartig gewachsen. Für die schweizerischen Banken zeichnet sich ein Zustrom neuer Kunden aus der Bundesrepublik ab.

Mehr Chancen durch weniger Arbeit

Qualitative Arbeitsmarktpolitik – und flexiblere Arbeitszeiten sind ein Teil davon – hat ohne Frage ihre gewünschten Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, obwohl dies nicht überschätzt werden sollte.

Österreich: Hilfe für Lehrlinge

Politisch wird es ungemein hochgespielt: Seit einigen Wochen überbieten sich in Österreich Regierung und Opposition mit Vorschlägen für ein Jugendbeschäftigungsprogramm – und das, obwohl es bis jetzt kaum Probleme mit arbeitslosen Jugendlichen gibt.

Manager und Märkte

Hapag-Lloyd nennt ihn einen „integren Bremer Kaufmann“. Für Andreas Kleffel, Aufsichtsratsvorsitzender bei Hapag-Lloyd und ehemaliger Vorstand der Deutschen Bank, war entscheidend, daß er Bremer Bürger und sachverständig ist.

Pakt mit Grünen?

Krämer: In dem am 2. 7. 1982 geschlossenen Vergleich verpflichtet sich der Privatmann Klaus Stawitzki, Marl, seine bereits im Jahre 1977 eingelegten Rechtsmittel gegen das Kraftwerk Dorsten unter bestimmten Bedingungen zurückzunehmen.

Zeitraffer

Trotz höherer Portogebühren und Tabaksteuer hat sich die Inflationsrate im Juli nicht beschleunigt. In Nordrhein-Westfalen sank sie sogar nach ersten Berechnungen des Statistischen Landesamtes um 0,1 Punkte auf 5,5 Prozent.

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