A: Man darf sich nicht alles gefallen lassen! Alle Erfahrung sagt: Nur Widerstand kann ein solches Regime bremsen.

B: Schon gut – aber wie weit wollt Ihr das treiben?

A: So weit, bis sich etwas ändert. Ich frage Dich: Wie soll sich je etwas ändern, wenn man nicht einmal anfängt, nein zu sagen; wenn man nicht endlich aufhört mitzumachen; wenn man nicht Widerstand leistet!

B: Alles richtig – aber das muß doch irgendein Ziel haben. Wollt Ihr die Regierung zur Aufhebung des Kriegszustands bringen? Zur Freilassung der Internierten und Verurteilten? Oder wollt Ihr sie in die Knie zwingen? Habt Ihr eigentlich ein politisches Konzept?

A: Ewig die Frage nach dem Konzept! Kannst Du nicht verstehen: Wir sind eine Bewegung, eine Kraft – und darauf kommt es zunächst einmal an. In der Geschichte war es immer so: Die Konzepte – übrigens auch die Talente – stellten sich erst mit der Zeit ein, im Laufe der Bewegung.

B: Und das endet dann, wie alle polnischen Aufstände endeten, in der Katastrophe. Merkt Ihr nicht, daß Ihr hoffnungslose Romantiker seid – wie im vorigen Jahrhundert: Mit dem Blick in die Wolken rennt Ihr ins Unglück. Ohne Sinn für Tatsachen.

A: Ich wußte, daß das kommt: die „Realitäten“. Ein fabelhaftes Wort für Machthaber, Opportunisten und Feiglinge, um sich dahinter zu verstecken. Und um faule Kompromisse zu rechtfertigen.