Mittelmäßig

„Sharky und seine Profis“ von Burt Reynolds könnte auch „Dirty Harry Goes to Atlanta“ heißen: In seinem dritten Film als Regisseur hat Burt Reynolds sein populäres „Schlitzohr“-Image aufgegeben und Clint-Eastwood-Territorium betreten. Als Drogenfahnder Sharky, Draufgänger mit unorthodoxen Methoden (er killt manchmal Leute), wird er zur „Sitte“ strafversetzt, wo er aus demoralisierten, exzentrischen Cops eine Profi-Truppe zusammenstellt, um den von einem Mafioso (Vittorio Gassman) kontrollierten Sumpf aus Prostitution und politischer Korruption trockenzulegen. Und verliert dabei sein Herz an sein Beschattungsobjekt, ein wunderschönes Super-Callgirl (Rachel Ward). „Sharky und seine Profis“ (im Original: „Sharky’s Machine“), gedreht nach einem Bestseller von William Diehl (deutsch beim Heyne-Verlag erschienen), ist zwar Reynolds’ bislang professionellste Inszenierung, doch wirkt mit ihrer wirren Mischung aus morbider Romanze, besessener Rachestory und rüder Action wie ein Streifzug durch einschlägige Genrebeispiele: sentimental und sadistisch. Helmut W. Banz

Ärgerlich

„Megaforce“ von Hal Needham. Das Szenario könnte Ronald Reagans Küchen-Kabinett ersonnen haben: Einer lateinamerikanischen Republik droht die Invasion der Panzertruppen eines offensichtlich „linken“ Guerilla-Generals, der ein schurkisches Grinsen pflegt und an einer dicken Fidel-Castro-Zigarre pafft. Doch vor solcher Unbill hütet uns „Megaforce“, eine internationale Spezial-Einheit unter US-Oberkommando. Deren Kommandeur, ein fröhlicher blondgelockter Siegfried, ringt den kommunistischen Drachen mit Pseudo-Zukunftswaffen nieder, die im Gefolge des Films sich wohl bald auch in deutschen Spielzeugläden wiederfinden werden. Hal Needham, einst einer der besten Stuntmen Hollywoods liefert hier filmisches Spielmaterial zu Reagans antisowjetischer Bestrafungstheorie, die Helmut Schmidt kürzlich „Außenpolitik nach dem Werte-System der amerikanischen Sonntagsschulen“ nannte. Needham, der sich in Interviews gern großmäulig dazu bekennt, Konflikte am liebsten mit der Atombombe lösen zu wollen, ist freilich eher ein ideologischer Klippschüler. Hans Ernst