Hamburg

Heinz Werner Hübner, Programmdirektor des WDR, ist ein intelligenter Mann, der brillant zu formulieren weiß, was in der Sache zu sagen ist – wenn etwas zu sagen ist. Die Sache: zwei Regeln der Lebenserfahrung: Konkurrenz fördert Leistung; und Geld, das ein Monopolist am Markt nicht verdienen muß, sondern nach Belieben als Gebühr „erheben“ kann, gibt sich allemal leichter aus und fördert finanziellen Schlendrian. Am konkreten Beispiel der ARD hatte ich gefordert und „zur Diskussion“ gestellt, Privatfernsehen zuzulassen – als Leistungsansporn für die ARD und zum Nutzen der Fernsehzuschauer. Und ich hatte mich gegen die neuerliche Anhebung der Fernsehgebühr auf nun 16,25 Mark ausgesprochen; denn auch sie garantiert meines Erachtens kein besseres ARD)-Fernsehprogramm.

Und dann las ich, was die ARD mit der Kompetenz ihres WDR-Fernsehdirektors gegen meine Thesen vorzubringen hatte. Gegen Nutz und Frommen eines gebührenfreien Privatfernsehens sagt Hübner nichts, kein einziges Wort auch über die sogenannten Haushaltsrückstellungen und um die Gebührenerhöhung zu verteidigen, bemüht er sogar „Bier und Brot“, die ja auch „teurer“ geworden seien. Wer schweigt, stimmt zu.

Statt präzise Worte der Widerlegung verwendet Herr Hübner in seiner Argumentationsnot grobschlächtige Vokabeln wie „Vorurteile, Klischees, Verleumdungen“, wobei er dann auch noch an Erinnerungsschwächen leidet: Die naturgemäß teuren Opera- und Konzertaufnahmen habe ich nicht „produzieren lassen“, sondern als ARD-Beauftragter für Musikprogramme für die ARD angekauft – im Falle der Beethoven-Symphonien mit der Stimme von Herrn Hübner, der ja stets einen Blick für das Notwendige hatte. Und auch bei „politischen Programmentscheidungen“ hatte ich als Mitglied der Ständigen Programmkonferenz der ARD stets meine Meinung, die, wie in den Protokollen leicht nachzulesen ist, bei Abstimmungen in der Regel mit Ja und Nein zum Ausdruck gekommen ist; allerdings war ich nicht immer einer Meinung mit Herrn Hübner.

Felix Schmidt, stern-Chefredakteur