War was? Unschuldsvoll blickte Hermann Neuberger, der selbstgefällige Boß des mächtigen Deutschen Fußballbundes, am vergangenen Wochenende um sich und befand in einer DFB-Bilanz der Weltmeisterschaft: Alles Windeier, was mißgünstige Journalisten und unbedarfte Politiker da an Kritik über die deutsche Mannschaft produziert hatten.

Hat er nicht recht? Kann, wer beim Erklingen der Nationalhymne im Stadion leidlich stramm steht, der deutschen Reputation im Ausland überhaupt schaden? Sind die Neuberger-Buben nicht so oder so die besseren Deutschen – arbeitsam, zielbewußt und erdverbunden?

Gelobt sei der Einfall, die Fußball-Weltmeisterschaft nur alle vier Jahre über uns hereinbrechen zu lassen. So bleibt uns genügend Zeit, ein wiederkehrendes Ärgernis zu verdrängen: daß sich kleinkarierte Funktionäre als gewichtige Personen der Zeitgeschichte aufspielen dürfen. Sie präsidieren dem Profi-Fußball, aber sie gehören in die Amateur-Liga. G. S.