Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren einen riesigen Schuldenberg aufgetürmt – und der finanzpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Hansjörg Häfele, sorgt dafür, daß dies nicht in Vergessenheit gerät. In regelmäßigen Abständen sucht und findet er irgendeinen Anlaß, mit einem Hinweis auf die unsolide Haushaltspolitik der Koalition eine kleine Schlagzeile zu machen.

Doch diesmal hat Hansjörg Häfele ein Eigentor geschossen. Um zu beweisen, wie fahrlässig die Regierung mit dem Geld der Bürger umgeht, weist er darauf hin, daß in den Jahren 1983 bis 1986 die geplante Neuverschuldung des Bundes von über hundert Milliarden Mark nicht einmal ausreichen wird, um Tilgung und Zinsen für die alte Schuldenlast zu bestreiten. Dafür müssen nämlich 125 Milliarden Mark aufgebracht werden. „Und das nennt Finanzminister Lahnstein stocksolide“, höhnt Häfele.

Hätte er doch geschwiegen. Denn wenn es wirklich bei der geplanten Mittelaufnahme bleiben sollte, wäre dies in der Tat stocksolide. Eine – von der Opposition doch sonst immer geforderte – kräftige Reduzierung der Kreditaufnahme muß nämlich nach Adam Riese dazu führen, daß der Schuldendienst die Neuverschuldung übersteigt. Möge uns ein Finanzminister namens Häfele erspart bleiben, der nicht einmal so einfache Zusammenhänge begreift. mj