Daß militärische Anlagen und Flughäfen nicht photographiert werden dürfen, weiß mittlerweile fast jeder Reisende. Doch auch sonst sollte nicht bedenkenlos drauflosgeknipst werden.

So ist es in Spanien zum Beispiel verboten, in Museen mit Blitzlicht oder Stativ zu photographieren. Für einige Klöster und Kathedralen muß außerdem eine Genehmigung von den zuständigen Behörden eingeholt werden. Spaniens Nachbar auf der iberischen Halbinsel, Portugal, verbietet das Photographieren innerhalb von Kirchen während der Messe. Gibt es in Museen Beschränkungen, so reicht es meist aus, das Aufsichtspersonal um Erlaubnis zu fragen.

In Jugoslawien zeigen Hinweisschilder mit einer durchgekreuzten Kamera, wo der knipsfreudige Tourist sich zurückhalten muß, etwa in Kirchen und Klöstern. Allerdings ist es nicht schwierig, von den örtlichen Behörden eine Sondergenehmigung zu erhalten.

Um in griechischen Museen zu filmen oder zu knipsen, müssen die Besucher eine zusätzliche Eintrittskarte kaufen. Sollen Ausgrabungen aufgenommen werden, ist gar eine behördliche Genehmigung nötig. Sie muß beantragt werden bei der Generaldirektion für Altertümer und Wiederaufbau in Athen. Außerdem müssen auch die Gebühren (beispielsweise für Photographieren in archäologischen Stätten ohne Stativ rund 13 Mark für Amateure) schon vorher bezahlt werden.

Für Paläste und das Innere von Museen gelten Knips-Beschränkungen in Marokko. In Thailand besteht das Photographierverbot in den meisten Tempeln und Palästen. Die Reisenden tun gut daran, sich beim Besuch einer solchen Stätte vorher zu erkundigen. Das gleiche gilt für Sri Lanka, generell gibt es hier keine Verbote, doch sollte der Reisende hier darauf verzichten, seinen Partner vor religiösen Objekten abzulichten. Indienreisende dürfen die Kameras nicht zücken beim Anblick von Nationalmonumenten wie Festungen sowie in Tempelanlagen.

Beliebte Motive für photographierfreudige Reisende sind auch die Einheimischen des Urlaubslandes: Bevor die Kamera „draufgehalten“ wird, sollte man um Erlaubnis fragen und auch sich selbst einmal, ob man damit nicht vielleicht die religiösen Vorschriften oder die Schamgefühle der Bevölkerung verletzt. Hella Leißner