Von einem „traurigen Ergebnis“ sprechen bundesdeutsche Einzelhändler, wenn sie auf das erste halbe Jahr 1982 zurückblicken. 639 Händler mußten allein in den ersten fünf Monaten ihren Laden dichtmachen, fast siebzig Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt stieg der Umsatz bis Ende Juni zwar nominal noch um magere ein Prozent, zieht man aber die Preissteigerungen ab, so ergibt sich ein Minus von vier Prozent.

Besonders zugeknöpft waren die Verbraucher beim Kauf von mittel- und langfristigen Gütern. Händler, die Möbel und anderen Hausrat anboten, hatten im ersten Halbjahr bis zu sieben Prozent weniger in den Kassen; auch Textilien und Schuhe waren schlecht zu verkaufen. Ein leichtes Plus auch nach Abzug der Inflation konnte aber der Lebensmittelhandel erzielen. Ebenfalls gut florierte – dank der Fußballweltmeisterschaft – das Geschäft mit Radio- und Fernsehgeräten.

Gäbe es noch Lohntüten, dann wären die der Angestellten erheblich dicker als die der Arbeiter: Statistisch gesehen verdient ein Arbeitnehmer am Schreibtisch 3317 Mark brutto im Monat, Mitarbeiter in der Fabrikation bringen es dagegen bei gleicher Stundenzahl nur auf 2614 Mark. Im Vergleich zum vergangenen Jahr stieg die Differenz zwischen Löhnen und Gehältern von 642 auf jetzt 703 Mark.

Ho