Die neue Formel ist die vorläufige Endstation seiner sportlichen Sehnsucht. Sie war Motiv seines Handelns, Antrieb und Motor "Formel I", Zauberwort und Bezeichnung einer Güteklasse, die Formel der Erfolgreichen, der Allerschnellsten im Rennsport, darauf hat er hinfearbeitet in all den Jahren. Dafür hat er auf nieerer sportlicher Stufe beherzt das Gaspedal bedient und sich beim Bremsen zurückgehalten. Er hat Sekunden geschunden, Siege davongetragen und trotz des Tempos sein Leben behalten. Manfred Winkelhock heißt dieser strebsame junge Mann. Er ist gelernter Elektrojnechaniker, 30 Jahre alt und Schwabe von Geburt und Sprache. Seit Saisonbeginn steht er im Sold eines For~ mel I Arbeitgebers. Für ein geschätztes Jahressalär von 250 000 Mark ist er vom Bad Dürkheimer ATS Team engagiert, mitzufahren, wenn ein handverlesenes Fahrerensemble mittels Großer Preise den Besten der Branche, den Weltmeister, hervorbringt.

Auf den ersten Blick nimmt sich das Ziel, das sich Winkelhock für den Anfang gesetzt hat, eher bescheiden aus. Der Wechsel, den er aufs laufende Sport- und Geschäftsjahr gezogen hat, mutet an wie die Prolongierung einer alten olympischen Idee "Dabei sein" will er, hat er gesagt, damals vor seinem Debüt in Südafrika und auch heute, vor seinem "Heimspiel", dem Großen Pyeis von Deutschland auf der Piste von Hokkenheim. Als Neuling im Ktollegenkreis hat er die Qualifikation zum Renn- als das sportliche Mindestmaß ins Visier gen dies ist - genauer besehe Rennfahrerarbeit. Die Sts 1hier regeln Sekundenbrv.

Nachfrage. Die elektronisf wer die Startflagge sieht, auf Grün springt, oder fi schon vor Beginn verloi scheidenden Trainingsmc schlag zu langsam war.

tien. Doch schon ?in hartes Stück e sind begehrt, Angebot und lahme legt fest, l, die von Rot r Große Preis il er im n Wimpern entSeit Antritt seines neuen Jobs wird von ihm noch mehr Notiz genommen. An den Rennstrekken und zu Hause in Berglen Steinach, in der Nähe von Stuttgart, wo sich Winkelhock in klassisch schwäbischer Manier sein Haus gebaut hat. Auch dort klingeln die Photographen. Mit schußbereiter Kamera suchen sie zu ihrem Recht zu kommen. Im Auftrag von Agenturen, die nun einmal stets um die Abdeckung des Markts bemüht sind. Nach ihrem Gefühl gehört das Konterfei des Hausherrn mit dem risikoreichen Beruf ab sofort in jedes Archiv. Man weiß ja nie, Winkelhock nimmt es gleichmütig hin. Er weiß vom Tribut, der für gestiegene Popularität zu zahlen ist, Er streikte nur einmal, als nach Vorstellung eines Photographen gefüllte Weingläser "etwas Atmosphäre" ins Bild zaubern sollten. Da sorgte er mit einem kurzen "Quatsch" für ein Ende des Getues. Und noch einmal blieb er hinter den Erwartungen zurück: Als er aufgefordert wurde, das Lachen eines Siegers zu zeigen, eines Rennfahrers, der es geschafft hat, gelang ihm ein Lächeln trotz aller Professionalität erst nach einigem Zögern "Ich weiß nicht, ob ich mich so sehr freuen soll", sagte er dann zur sichtlichen Irritation des Mannes hinter der Linse "Es ist schon ein Abenteuer, auf das ich mich da eingelassen habe", fügte er als weiteren Ausdruck seiner momentanen Stimmungslage hinzu.

Er kennt jenen schmalen Grat, der in seinem Sport zu Glanz und Freude führt, er ist ihn selber gegangen. Damals, als alles anfing, als er sich als Zuschauer eines unbedeutenden AutoSlaloms zum Mitmachen überreden ließ und auf den Geschmack kam, hatte es vor allem Spaß gemacht.

Er erntet den ersten Lorbeer, die ersten Trophäen, avanciert zum Werksfahrer im BMW Junior Team. Eine Truppe, die den weiß blauen Farben zwar nicht immer den erhofften Sieg, aber dafür stets ein spektakuläres Rennen beschert. Bis zur Schrottreife beanspruchte Automobile, die ein Kran zur Rückreise nach München in den Transporter hievt, belegen die entschlossene Dienstauffassung dieser talentierten jungen Leute.

Doch inzwischen weiß Winkelhock längst, daß sein Sport zum Spektakel geraten kann, daß er auch grausam ist und brutal und schnell grimmigen Ernst gewinnt. Spätestens, seit sein rormelII March BMW bei einem Rennen auf dem Nürburgring, dort, wo die Strecke "Flugplatz" heißt, mit Tempo 260 abhob, steil in die Luft stieg, wieder aufprallte, sich achtmal überschlug und schließlich völlig zerstört von den Fangzäunen entlang der Piste gestoppt wurde.