Die Deutsche Zentrale für Tourismus wirbt um Amerikaner, die in Deutschland leben. Sie sollen ihr Gastland auf Rundreisen kennenlernen.

Die Gastgeber präsentierten eine bunte Mischung. Musik und Folklore, Kunstgewerbe und Kulinarisches aus mehreren deutschen Ferienregionen sollten den eingeladenen Amerikanern zeigen: „Germany is wunderbar“. Die Show, ein Open-air-Festival der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), ging in Heidelberg über die Bühne. Doch die Gäste kamen nicht aus Übersee angereist, sie sind in den fünf US-Hauptquartieren in der Umgebung der Stadt zu Hause.

Das Fest war der Auftakt für eine Werbeaktion, die sich an die rund 600 000 in Deutschland lebenden amerikanischen Soldaten, Zivilangestellten und deren Angehörige wendet. Die DZT – sie macht die touristische Deutschlandwerbung im Ausland – will damit die Langzeitgäste aus den USA zu Rundreisen durch die Bundesrepublik anregen. Eifrige Reisende können sich denn auch bei einer „Deutschland-Rallye“ Lorbeeren holen: Wer bis Ende Juni nächsten Jahres alle elf Bundesländer besucht hat, wird von der DZT mit einem goldenen Zertifikat zum „Deutschlandkenner“ ernannt. Auch silberne und bronzene Urkunden sind zu vergeben – für Leute, die in der vorgegebenen Zeit nur neun oder sechs Ausflüge in verschiedene deutsche Länder geschafft haben.

Die Auswahl der Routen und Reiseziele bleibt jedem US-Bürger selbst überlassen. Als Nachweis für seine Fahrten genügen drei datierte Stempel aus jedem Bundesland, etwa von Hotels, Campingplätzen oder Tankstellen.

Der Sinn der DZT-Kampagne: Die amerikanischen Soldaten und ihre Familien sollen sich in Deutschland daheim fühlen und, back in the USA, später auch öfter mal wiederkommen. Denn immerhin tragen Touristen aus Amerika ein kräftiges Scherflein bei zur Senkung des hiesigen Reisebilanz-Defizits von 26 Milliarden Mark (1981): Nach den Niederländern sind sie die stärksten Devisenbringer. iso