Das Tourismus-Gewerbe hat sich, wie andere Branchen auch, einen eigenen Fachjargon zugelegt – Begriffe, mit denen der Reisekunde konfrontiert ist, die er aber nicht immer versteht. Was hinter solchen Fachausdrücken steht und welche Bedeutung sie für den Touristen haben, soll eine neue Reihe erklären, die fortan unter dem Markenzeichen „Das Reise-Stichwort“ in unregelmäßiger Folge an dieser Stelle erscheinen wird.

Reiserücktrittskostenversicherung

„Aber ich brauche diese Impfung“, beharrt Anne Ohlig, „sonst kann ich nicht reisen!“ Ihr Arzt hat ihr eben eröffnet, daß er sie weder gegen Gelbfieber noch gegen Malaria impfen kann: „Sie haben eine absolute Impfunverträglichkeit.“

Anne Ohlig hat eine kostspielige Reise durch den Fernen Osten gebucht. Rund 10 000 Mark hat sie dafür ausgegeben. Ohne Impfung kann sie nicht fahren. Sie muß von der Reise zurücktreten und hört, daß zehn Tage vor Reisebeginn der Veranstalter 50 Prozent der Reisekosten als Stornopauschale verlangen kann. Sie muß zahlen.

Hätte sie eine Reiserücktrittskostenversicherung abgeschlossen, wäre ihr wenigstens der Ärger über das verlorene Geld erspart geblieben. Diese Versicherung deckt weitgehend das Risiko des Nichtantritts wegen unvorhergesehener Ereignisse wie Krankheit, Tod, Schwangerschaft oder eben Impfunverträglichkeit.

Wichtig ist, daß in solch einem Fall Versicherer und Reiseveranstalter sofort informiert werden. Alle Angaben müssen nachweisbar sein und belegt werden. Das bedeutet, daß Beweismittel benötigt werden, wie ärztliche Atteste oder polizeiliche Bescheinigungen. Für Nachfragen sollte der Arzt von der Schweigepflicht entbunden werden. Werden diese Auflagen nicht erfüllt, kann es passieren, daß die Versicherung nicht zahlen muß.