Der Wiener Maler Rudolf Hausner wurde dazu auserkoren, die werbestrategische Verwandlung eines Urlaubslandes zu plakatieren, das bisher vorwiegend als „wanderbar“ vermarktet wurde. Österreich ist ein „Fest“-Land, lautet die neue Devise der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung; der bunte Schmetterling auf Hausners Bild steht für Fröhlichkeit und Phantasie, mit der die Bewohner der Alpenrepublik ihre Feste feiern und das Leben zu genießen wissen. Einer von ihnen aber windet sich in Krämpfen: Der Autor des bombastischen Begleittextes zum Hausner-Plakat. Ihn lockt „die Saugkraft der Faszination“ des Bildes in einen „stratosphärisch dunkler werdenden Raum“. Meister Hausners „surrealer Einfall“ beschert dem Rezensenten „jene Überraschung, die über nüchtern Vorhergeplantes, über dienstfertig Angebotenes die Grenze vom praktisch Vordergründigen zur Erfüllung des Daseins hin überschreitet“. Mythen und Metaphern, Visionen und Botschaften bedrängen den gequälten Schreiber.

Eines der bekanntesten Bilder Hausners heißt „Adam, warum zitterst du?“ Vermutlich aus Angst vor Feuilletonisten im Staatsdienst.

Isolde von Mersi