Rundkurs im Saronischen Golf: In der Agäis werden Flottillensegler zu Helden

Von Wolfgang Boller

Diese Seefahrer werde ich nie vergessen, keinen von ihnen. Der Skipper, klar, war Odysseus. Er hatte mancherlei mit ihm gemeinsam, Augen so blau wie das Mittelmeer, die Beredsamkeit und den Vorrat an nautischen Tricks. Wenn er sich mit dem Walkman auf das Vorschiff zurückzog, schwammen seine Züge in seliger Verzückung, weil er doch, indes die Ohren der Mannschaft mit Wachs versiegelt waren, als einziger die betörenden Gesänge der Sirenen vernahm.

Die anderen: Freund und Seefahrer Eurylochos mit einem Schnurrbart wie eine Bürste, Antinoos, der freche Freier, Held Theseus, der den Prokrustes erschlug und sich zur Nachtruhe nun selbst ins Prokrustesbett zwängte.

Das also war die Mannschaft, die weder Skylla noch Charybdis fürchtete: fünf Mann in einem Boot – von dem Mädchen ganz zu schweigen. Insgeheim nannte ich sie Echo, weil sie in einen entfernten Jüngling verliebt war, reihum Körbe austeilte und so voller Zauber war, daß in ihrer Nähe das Echolot verrückt spielte.

Dazu der geharzte griechische Wein, den schon die Alten zu schätzen wußten; sehr bald stellte sich heraus, daß er tückisch war wie die Göttermutter in ihrer begründeten Eifersucht.

Ein paar Tropfen davon verschüttete Odysseus als Opfer für die Könige des Meeres und des Windes. „Auf einen erfolgreichen Törn.“ Da war die zusammengewehte Gesellschaft im Hafen von Poros schon auf fünf Schiffe verteilt, war, eben einander noch fremd, von einer Minute zur anderen zu Crews von vier bis sechs Mann zerfallen, die einander, wie’s bei Seglern der Brauch ist, ganz selbstverständlich duzten.