Es gibt noch Dinge, die billiger werden. So hat die Ruhrkohle AG den Preis für Koks der Größe 4, der vorwiegend als Hausbrand eingesetzt wird, von 271 auf 235 Mark je Tonne gesenkt – um mehr als dreizehn Prozent also. Damit will man diese Kokssorte für den Verbraucher attraktiver machen.

Freilich kann der den Koks nicht zu diesem Preis kaufen. Selbst im Ruhrgebiet ist es nämlich nicht möglich, direkt ab Zeche zu beziehen. Der Handel steckt dazwischen. Und der verlangt, so die Auskunft eines großen Kohlehändlers in Essen, für die Tonne frei Keller 384 Mark, was als besonders günstig gepriesen wird.

Die sieben Tonnen Koks, die man etwa braucht, um viertausend Liter Heizöl zu ersetzen, kosten dann 2688 Mark, für die entsprechende Menge Heizöl muß man rund 2900 Mark bezahlen. Die Differenz von gut zweihundert Mark im Jahr ist sicherlich kein Anreiz, von Öl auf Koks umzustellen. Aber vielleicht, so hofft der Bergbau, hält sie wenigstens alte Kunden bei der Stange.

Branchenauguren vermuten, daß das Volkswagenwerk sich allmählich aus der unternehmerischen Alleinverantwortung für die teure, in den letzten Jahren hochdefizitäre Nürnberger Tochter Triumph Adler AG für Büro- und Informationstechnik (TA) zurückziehen will. Um die Zukunftsrisiken möglichst niedrig zu halten und die von Wolfsburg zur technologischen Stärkung von TA bereitgestellten 600 Millionen Mark optimal zu nutzen, sucht VW-Chef Carl H. Hahn deshalb einen Kooperationspartner in der Kommunikationstechnik. Wunschpartner von VW ist die ITT-Tochter Standard Elektrik Lorenz AG in Stuttgart. Für die Stuttgarter ist besonders die Textverarbeitung von Triumph-Adler von Interesse. Noch allerdings werden Verhandlungen von beiden Unternehmen dementiert.

Nahezu jeder fünfte deutsche Stahlarbeiter ist im August von Kurzarbeit betroffen. Bei etwa 190 000 Beschäftigten sind das gut 38 000 Mann. Nimmt man hinzu, daß im größten Stahlerzeugungsland Nordrhein-Westfalen die Urlaubswelle im August ihren Höhepunkt erreicht, dann sind einige Unternehmen beinahe menschenleer.

So registriert Hoesch in Dortmund bei 17 000 Beschäftigten derzeit 8700 Kurzarbeiter und 6500 Urlauber. Bei Thyssen hat sich die Kurzarbeiterzahl von 4000 im Juni auf derzeit 8000 verdoppelt. Im Werk Rheinhausen der Krupp Stahl AG arbeiten 5000 der 8000 Beschäftigten kurz. Den übrigen Stahlunternehmen geht es kaum besser.

Vom Optimismus der Stahlindustrie, der noch im Frühjahr auf den Pressekonferenzen deutlich wurde, ist nur wenig übrig geblieben. Zwar werden die seit Jahresbeginn um 140 Mark je Tonne erhöhten Preise noch weitgehend gehalten, dafür stimmen jetzt aber die Mengen nicht; Im ersten Halbjahr buchten die deutschen Stahlunternehmen im Monatsdurchschnitt nur noch Aufträge über 1,6 Millionen Tonnen – das waren monatlich 100 000 Tonnen weniger als im Jahr davor.