Job-sharing, eine Zauberformel, die jeder gern anführt, anscheinend aber kaum jemand im eigenen Arbeitsbereich in die Tat umsetzen will. Wer geht auch schon gern an die eigenen Pfründe? Es bleibt also abzuwarten, in welchem Maße die Berliner Professorenschaft auf die Vorstellungen einiger ihrer Kollegen eingeht: Im Herbst soll an der Freien Universität (FU) der Teilzeitprofessor eingeführt werden. Die Professoren könnten sich dort ein Lorbeerkränzchen verdienen, denn sie können jetzt auf Antrag ihre Dienstpflichten um die Hälfte herabsetzen. Beispielsweise kann ein Professor zwei Jahre wie ein Vollprofessor arbeiten und hat anschließend ein volles Jahr zur freien Verfügung – aber ohne Gehalt. Die freiwerdenden Stellen sollen dem wissenschaftlichen Nachwuchs offenstehen als befristete Anstellungsverträge.

Die Dauer der Teilzeitbeschäftigung soll höchstens acht, aber mindestens fünf Jahre betragen. Die Berliner könnten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: der Vergreisung der Professorenschaft entgegenwirken und arbeitslosen Kollegen zu einer Stelle verhelfen.

*

Nachdem alle unionsregierten Länder die Förderung der Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung (DGFK) eingestellt haben – ihr wurde wissenschaftliche Einseitigkeit vorgeworfen –, wird nun die Bundesregierung den systematischen Aufbau der Friedensforschung allein weiterführen; Dafür sind im Etatentwurf für 1983 3,5 Millionen Mark zusätzlich zum übernommenen Beitragsausfall der Unionsländer vorgesehen. Außerdem plant Forschungsminister Andreas von Bülow, neben der DGFK ein besonderes Friedensforschungsinstitut zu errichten.

*

Nicht nur in der Bundesrepublik wird überlegt, die Studenten stärker als bisher an den Kosten ihrer Ausbildung zu beteiligen. In den USA hat der Kongreß letztes Jahr die subventionierten Darlehen für Studenten gestrichen, deren Eltern mehr als 30 000 Dollar im Jahr verdienen. Die Universitäten befürchteten, daß ungefähr zehn Prozent ihrer Studenten nicht mehr weiterstudieren könnten. Das Dartmouth College in New Hampshire ließ sich nun ein Hilfsprogramm einfallen: Es gibt steuerfreie Wertpapiere in Höhe von 29 Millionen Dollar aus und will von den Gewinnen zwölf Millionen für studentische Darlehen ausgeben. Dartmouth tritt mit seinem Vermögen für die Rendite dieser Papiere ein. Das Modell eignet sich also nur bedingt zum Nachahmen, denn andere Universitäten haben längst nicht die Bonität dieses berühmten Ivy-League-College. Dennoch wollen über hundert amerikanische Universitäten das Modell einführen. Und das hat erneut die Regierung auf den Plan gerufen: Sie will für bisher steuerfreie Wertpapiere, die Universitäten herausgeben, nun eine Abgabe verlangen. Peter Pedell