Die Vereinigung zum Schutze der Global-Aktionäre (Committee for the Protection of Global Shareholders) startet eine kostspielige Kampagne mit dem Ziel, möglichst viele Stimmen hinter sich zu bringen, um die jetzige Verwaltung der Global Natural Resources PLC (England) stürzen zu können.

Der Machtkampf um die Führung der Global Natural Resources PLC, einer Gesellschaft englischen Rechtes, ist noch nicht entschieden. Erst auf der am 13. September auf der Insel Jersey stattfindenden Hauptversammlung wird sich endgültig zeigen, ob die Opposition, die sich hinter der Vereinigung zum Schutze der Global-Aktionäre verbirgt, die Mehrheit der auf der Versammlung vertretenen Stimmen hinter sich bringen kann.

Sie wissen, meine verehrten Leser, daß es sich bei Global um ein Unternehmen der aufgelösten IOS-Gruppe handelt, dessen Aktien den Sparern der Investmentfonds „Fund of Funds“ und „IOS Growth Fund“ 1970 als Dividende gutgeschrieben worden waren. In Global Natural hatte Bernie Cornfeld die Öl- und Gaskonzessionen seines Imperiums eingebracht, die vor der Ölkrise praktisch nichts wert waren, sich jedoch inzwischen als lohnende Objekte herausgestellt haben.

In den Gesprächen am Bankschalter „Streit um hinterlassene IOS-Millionen“ (ZEIT Nr. 30) hatte ich versucht, die Hintergründe des Streites um die Führung dieser hinterlassenen und lange Zeit vergessenen Gesellschaft aufzuhellen. Dies nahmen nun Manager des New Yorker Brokerhauses Bear, Stearns & Co, das die Opposition praktisch führt, zum Anlaß, mir nun auch persönlich ihre Argumente darzulegen.

Bear, Stearns wendet sich an die deutsche Öffentlichkeit. Dies auf eigene Kosten, wie John H. Slade versicherte, während die Global-Verwaltung den Kampf um die Stimmen der Aktionäre auf Kosten der Gesellschaft führt. Hier wird erkennbar, daß es bei Bear, Stearns und der dahinterstehenden Gruppe um viel Geld gehen muß und sicherlich erst in zweiter Linie um die Interessen der übrigen Global-Aktionäre.

Wer sich die Namensliste jener Persönlichkeiten ansieht, die von der Opposition in den Verwaltungsrat entsandt werden sollen, dem fällt sofort auf, daß fast alle irgendwie mit dem Ölgeschäft in den USA verhaftet sind. Sie dürften also in der Lage sein, den Wert von Global beurteilen zu können und auch die Chancen, die in diesem Unternehmen stecken.

Und gerade dies ist der gegenwärtigen Global-Verwaltung, an der Spitze Frank G. Beatty, im höchsten Maße suspekt. Beatty hält längst nicht alle von der Opposition vorgeschlagenen Kandidaten für Ehrenmänner. In einem Interview mit dem Wertpapier, dem Organ der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (sie ist über ihren Vizepräsidenten Dr. Gerold Bezzenberger im heutigen Global Board vertreten), macht er auf angeblich unsaubere Machenschaften und dubiose Geschäftspraktiken einiger der Kandidaten aufmerksam.