ZEIT-Gespräch mit EG-Kommissar Wilhelm Haferkamp

Von Hans-Hagen Bremer

ZEIT: Herr Haferkamp, Sie und Ihr Graf Davignon waren von den Verhandlungen über ein Selbstbeschränkungs-Abkommen beim Stahlexport in die USA noch nicht wieder aus Washington zurückgekehrt, als die amerikanische Stahlindustrie gegen die Abmachungen schon Einspruch erhob. Ist damit alles für die Katz gewesen?

Haferkamp: Nicht die amerikanische Stahlindustrie hat protestiert. Es gibt vielmehr nur eine Erklärung des größten amerikanischen Stahlherstellers...

ZEIT: ... der US-Steel-Corporation, deren Vorstandsvorsitzender Roderick das Abkommen als „unfair und unausgewogen“ zurückwies.

Haferkamp: Es handelt sich um eine Vereinbarung zwischen der amerikanischen Regierung und der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Darin haben sich beide Seiten verpflichtet, das Ergebnis ihrer jeweiligen Industrie zur Annahme vorzulegen. Wir haben nach der Erklärung des betreffenden amerikanischen Stahlindustriellen von der Regierung in Washington die Zusicherung erhalten, daß sie weiter zu der geschlossenen Vereinbarung steht. Dazu gehört auch, daß sie das Abkommen der amerikanischen Industrie zur Annahme empfiehlt.

ZEIT: Was wird die Gemeinschaft jetzt tun?