Hinrichtung zu kleinen Preisen

Die Henker im Iran haben weiter alle Hände voll zu tun, aber sie sollen die Exekution billiger gestalten. Bezeichnend für die innere Verfassung des Landes unter dem Chomeini-Regime sind Äußerungen von Ajatollah Ahmad Zargar, dem Vorsitzenden des Gerichts gegen Drogen-Mißbrauch. Rauschgiftschmuggler, verkündete der Ajatollah, würden künftig gehängt, um Gewehrkugeln zu sparen. Schon bisher mußten Verwandte von Exekutierten vor der Freigabe der Leichen die Kugeln bezahlen, mit denen ihre Angehörigen erschossen wurden. Inzwischen ist eine Anordnung erlassen worden, den zum Tode Verurteilten vor der Hinrichtung Blut abzunehmen. Die Blutkonserven gehen an die Front für den Krieg gegen den Irak.

Kissinger zieht Kreise

Ex-Politiker versuchen nicht selten, aus den in ihren Ämtern gesammelten Erfahrungen und Beziehungen privaten Nutzen zu ziehen. Mit besonderem Erfolg praktiziert dies seit Jahren Henry Kissinger. Jüngst gründete der frühere US-Außenminister in aller Stille die Kissinger Associates Inc. Dem Vorstand der vornehmen Beraterfirma gehören neben anderen Robert Andersen von Atlantic Richfield und Voteo-Präsident Per Gyllenhammer an. Jüngster Kissinger-Partner: der kurz nach Ausbruch der Falkland-Krise von Margaret Thatcher gefeuerte britische Außenminister Lord Carrington. Kissingers Büro ließ wissen, daß der Kreis der ausgewählten Berater klein bleiben werde: „Wir haben nicht die Absicht, dies zu einem größeren Unternehmen zu machen. Nur acht bis neun Leute werden beteiligt sein – einschließlich der Sekretärinnen.“

Verpaßter Rückzug

Fast wäre der Falkland-Krieg beendet worden, noch bevor er richtig begonnen hatte. Nach einem Bericht der Londoner Sunday Times war Argentiniens Präsident Galtieri schon sechs Wochen vor dem Fall von Port Stanley entschlossen, seine Truppen von den Falklands abzuziehen und sofortige Verhandlungen mit den Briten aufzunehmen. Am späten Abend des 29. April erfuhr er von der amerikanischen Botschaft in Buenos Aires, Washington werde am nächsten Tag offiziell seine Unterstützung Großbritanniens erklären und Sanktionen gegen Argentinien verhängen. Noch in derselben Nacht rief Galtieri die Mitglieder der Militärjunta zu einer Dringlichkeits-Sitzung zusammen. Der Rückzugsbefehl scheiterte jedoch am Widerstand von Marine-Chef Admiral Anaya, der angesichts des Kriegstaumels im Lande einen Aufschrei der Empörung befürchtete, sollten die Soldaten unverrichteterdinge von den Malvinen zurückkehren.

Peter de Mendelssohn