Hamburgs Bürgermeister Klaus von Dohnanyi klärte in einem Brief seine Parteifreunde darüber auf, wie er es mit den „Grünen“ und „Alternativen“ halten will. Auszüge:

Ich habe vor der Wahl erklärt: Keine große Koalition; keine Koalition mit der GAL; kein Rücktritt, bis eine neue Mehrheit für einen anderen Senat gefunden wäre; als möglicher Minderheitssenat Gespräche mit allen gewählten Fraktionen einer neuen Bürgerschaft führen, auch mit der GAL. So habe ich nachweisbar vor der Wahl gesagt, dabei bleibe ich auch heute.

Die GAL ist keine Partei, und aus heutiger Sicht auch keine kalkulierbare parlamentarische Kraft. Die Wahlaussage der GAL ist widersprüchlich und oft realitätsfern. Aber die Wähler der GAL sehen die Gewichte der Aufgaben so, daß eine Unterstützung sozialdemokratischer Politik im Parlament nicht ausgeschlossen erscheint.

Die Frage, die Partei, Fraktion und Senat zu beantworten hatten, war demnach, ob angesichts dieser Lage Gespräche über die Durchsetzung sozialdemokratischer Politik nicht nur mit der CDU, sondern – wie vor der Wahl angekündigt – auch mit der GAL zu rühren seien. Alle Gremien haben diese Frage mit Ja beantwortet.

Die Gespräche werden zeigen, ob wir weiter Verantwortung tragen können. Dabei sind für uns die Grundsätze des Rechtsstaates und der parlamentarischen Demokratie selbstverständlich unantastbar. Die Teilnahme eines GAL-Bürgerschaftsmitgliedes an einer Hausbesetzung macht eine Klärung der damit verbundenen Fragen unerläßlich.