Noch nie war die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so schlecht wie in diesem Sommer. Vielen Unternehmern fehlt Mut zu Investitionen.

Rangliste der 100 Großunternehmen: Von Absteigern geprägt / Von W. Gehrmann

In der Hitparade herrscht der Trauermarsch. Nie war die Stimmung in den hundert größten Industrieunternehmen der Bundesrepublik so schlecht wie in diesem Sommer. Pleiten nie gekannter Zahl und das Debakel der AEG, drückende Arbeitslosigkeit und sinkende Aufträge, hartnäckig hohe Zinsen und ein drohender Handelskrieg mit der mächtigen amerikanischen Wirtschaft verbreiten in den Vorstandsetagen ebenso Trübsal wie der Blick zurück in die Bilanzen des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Zwar haben die Top-Hundert der Großindustrie auch in dieser Saison noch ihre Stars: Der deutsche Riese Veba expandierte bis fast an die Marke von fünfzig Milliarden Mark Umsatz. Daimler glänzt mitten in der Krise mit dem höchsten Jahresüberschuß in der Geschichte des Unternehmens. Messerschmitt-Bölkow-Blohm wuchs um fast fünfzig Prozent. IBM zog aus nur acht Milliarden Mark Verkaufserlösen eine halbe Milliarde Mark Gewinn.

Tristesse aber macht sich breit, weil die Bestenliste der Industrie vor allem dies offenlegt:

  • Mit einst stolzen Branchen geht es geschwind bergab.