Das erste Kapitel in der Affäre Langenrain ist abgeschlossen. Der Münchner Landtagsausschuß, der den Skandal um Bayerns obersten Verfassungsschützer aufklären sollte, hat seine Arbeit eingestellt – rechtzeitig vor dem Wahlkampf. Richard Hundhammer (CSU) leitete den Ausschuß.

ZEIT: Die CSU wollte die Untersuchung vor der Wahl einstellen. Warum?

Hundhammer: Wir hätten weitergemacht, wären wir zeitlich dazu in der Lage gewesen. Wir haben in einer in der deutschen Parlamentsgeschichte einmaligen Intensität gearbeitet. Wir haben über 100 Zeugen vernommen. Aber es war erkennbar, daß wir bei der Fülle der Beweisthemen bis zum Ende dieser Legislaturperiode nicht fertig werden würden. Das Parlament hat dann entschieden, es wird nicht mehr weitergemacht.

Es steht den Fraktionen des neuen Landtags frei, wieder einen Untersuchungsausschuß zu beantragen, der von vorn anfangen würde.

ZEIT: Haben Sie vor dieser monströsen Geschichte, dem größten Geheimdienstskandal Bayerns, kapituliert?

Hundhammer: Haben wir nicht. Es ist erst einmal kein Geheimdienstskandal Bayerns. 95 Prozent aller Dokumente, die da in der Öffentlichkeit aufgetaucht sind, sind ja aus der Verantwortung des Bundes gebracht worden, und zwar vor dem Jahre 1970. Insoweit hat der Bund die Verantwortung. Die Geheimsachen aus dem Innenministerium sind ungleich weniger gewichtig als die aus dem Bundesnachrichtendienst. Der Hauptpunkt des Untersuchungsauftrages, wie Dr. Langemann vom Bundesdienst in den bayerischen Staatsdienst gekommen ist, konnte im wesentlichen, so meinen wir, geklärt werden.

Aber es laufen ja parallel noch die Verfahren beim Generalbundesanwalt, das Verfahren bei der bayerischen Staatsanwaltschaft und auch noch das Disziplinarverfahren des Innenministeriums.