Im Libanon haben viele etwas zu sagen, nur die Libanesen nicht. Israelis und Syrer haben das Land besetzt; Amerikaner und Israelis verhandeln seit Wochen mit der PLO über die Beendigung des nie erklärten Krieges; Israelis und PLO haben derweil die Hauptstadt des Landes in ein Trümmerfeld verwandelt. Den Libanesen aber blieb die Rolle der Opfer: Frauen und Kinder sterben, Tausende wurden verwundet, verstümmelt, Zigtausende haben kein Dach mehr über dem Kopf. Es ist gefährlich, in einem schwachen Staat zu leben, denn die Starken und darum Mächtigen sind erbarmungslos.

Einen Beweis dafür liefern zur gleichen Zeit auch die Südafrikaner. Für sie war es schon immer selbstverständlich, Attacken gegen die Guerilla-Kämpfer der Swapo tief ins Innere Angolas vorzutragen. Über einen Waffenstillstand in diesem jahrelangen Buschkrieg verhandeln seit langem fünf Nationen (Amerikaner, Kanadier, Engländer, Franzosen, Deutsche) mit den Südafrikanern. Eben jetzt, hundert Meter vor dem Ziel – der 15. August Erschien allgemein als Datum für den Waffenstillstand – sind die Südafrikaner wieder einmal 200 Kilometer weit mit Panzern nach Angola eingedrungen und melden stolz den Tod von mehr als 400 Swapo-Kämpfern. Angola muß diese Angriffe dulden, denn Angola ist schwach, und dem Schwachen können auch die Vereinten Nationen nicht helfen. Die Starken aber scheren sich den Teufel um das Völkerrecht. Dff.