• Herr Ruhnau, immer wieder gibt es Ärger um die Startbahn West in Frankfurt. Sind Sie und ist die Lufthansa grundsätzlich für die Erweiterung des Frankfurter Flughafens durch die Startbahn West?

Ruhnau: Wir haben uns dazu immer positiv erklärt und auch in den letzten Wochen nichts anderes gesagt. Dabei bleibt es auch.

  • Die Startbahngegner argumentieren aber jetzt damit, daß Sie geäußert hätten, die Lufthansa sei im Grunde genommen nicht mehr an einer Startbahn West interessiert.

Ruhnau: Das hätte man gern. Darum argumentiert und interpretiert man nur im Sinne, des Eigeninteresses. All dies ändert nichts an der Notwendigkeit der Startbahn West. Ich habe über die Zukunft gesprochen. Wenn wir über die Zukunft reden, reden wir nicht mehr über die Startbahn West, denn die ist überfällig. Das braucht auch nicht mehr wiederholt zu werden. Wir wissen doch seit langem, daß die nutzbare Kapazität des Frankfurter Flughafens erschöpft ist. In den Warteschleifen für Flugzeuge, die sich jeden Tag über Frankfurt bilden, werden allein von der Lufthansa im Laufe eines Jahres fast dreizehn Millionen Liter Treibstoff verflogen. So wird knappe Energie vergeudet.

Schon aus diesen Gründen müssen wir ein Interesse daran haben, daß der Kapazitätsengpaß in Frankfurt beseitigt wird.

  • Nun wird von den Startbahngegnern auch mit einer Lufthansa-Studie operiert, die angeblich zum Inhalt haben soll, daß der Bau der Startbahn West diese Kapazitätsprobleme nicht löst, sondern einen zu geringen Zuwachs bringt. Gibt es diese Studie, und was besagt sie wirklich?

Ruhnau: Es gibt nicht eine Studie, sondern etliche. So mußte das auch sein. Dann gab es eine Entscheidung. Und die war richtig. Denn sie ist, wie ich sagte, von der tatsächlichen Entwicklung längst bestätigt worden.