Auf Höhen über 4000 Meter leidet fast die Hälfte aller Alpinisten unter Bergkrankheit. Besonders gefährdet sind Leute, die in Jeeps oder Bussen zu schnell große Höhenunterschiede überwinden.

Wenn sie in den Himalaya oder in die Anden aufbrechen, sind europäische Trekking-Touristen guten Mutes. Per Flugzeug, Bus oder Geländewagen sind die Hochregionen der mächtigsten Bergmassive der Welt schnell erreicht, man erspart sich mühsame Anmärsche. Die Aussicht, im Handumdrehen auf 3000 Meter Höhe gekarrt zu werden, verlockt oft auch ungeübte Bergfans zu Hochgebirgs-Abenteuern.

Die bequeme Berg-Fahrt wird jedoch für so manchen zur Qual: Wer für die Akklimatisation zu wenig Zeit aufwendet, läuft Gefahr, von akuter Bergkrankheit erfaßt zu werden. Gegen deren Symptome sind selbst jene Trecker nicht gefeit, die zu Fuß die Berge erklimmen. Ärzte haben festgestellt, daß nahezu die Hälfte aller Bergsteiger auf Höhen über 4000 Meter unter Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetit- oder Schlaflosigkeit leidet. Bei zehn von hundert Alpinisten reagiert die Lunge empfindlich auf die dünne Höhenluft – lautes Rasseln im Brustkorb signalisiert Atemnot.

Gegen solche Anpassungsschwierigkeiten helfen keine Medikamente, sagen die Mediziner. Sie halten einen langsamen Aufstieg für das geeignetste Mittel zur Vorbeugung gegen Höhenkrankheit und empfehlen daher, „in Höhen über 2500 Meter die Schlafhöhe um nicht mehr als dreihundert bis vierhundert Meter pro Tag zu steigern“. Außerdem sollen „Akklimatisationstage“ eingelegt werden, an denen man sich auf gleichbleibender Höhe ausruht. Einen Tag lang zu pausieren, raten die Ärzte auch jenen, die leichte Anzeichen der Krankheit verspüren. Hat jemand rasende Kopfschmerzen, sollte er sofort umkehren: Ihm droht ein Hirnödem.

Zu so schweren Erkrankungen dürfte es indes gar nicht erst kommen. Für die Ärzte ist „Aufklärung“ über die Gefahren von Hochgebirgs-Touren „die wichtigste therapeutische Maßnahme Vielen Reiseveranstaltern ist dieses einfache Rezept anscheinend noch nicht bekannt. „Die große Höhe kann einem auch zu schaffen machen“, umschreibt einer von ihnen gnädig die möglichen Folgen einer Expedition zum Kilimandscharo.

Iso