Von Jürgen W. Möllemann

Wieder einmal werden für die Liberalen die Totenglocken geläutet. Jörgen Möllemann, FDP-Bundestagsabgeordneter und sicherheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion, kennt keine Zukunftsangst.

Derzeit läuten die Totenglocken für die FDP wieder einmal ohne Unterlaß. Nichts Neues für die Liberalen, denen die Fahrt auf der demoskopischen Achterbahn schon immer Nervenkitzel und Lebenselixier zugleich war und wohl auch bleiben wird. Das ist offenbar unvermeidbar bei einer Partei, die immer nur jene rund zehn Prozent Wählerstimmen erreichen kann, die für liberales Gedankengut zu haben sind.

Aus welchen Gründen notiert die FDP-Aktie an der Allensbachbörse derzeit so niedrig? Was muß geschehen, damit die nächste liberale Hausse kommt?

Erstens: das Personal. Der Parteichef, Hans-Dietrich Genscher, genießt hohes Ansehen bei Freunden und Gegnern der FDP (97 % bei FDP-Anhängern, fast 80 % bei den Gegnern). Ähnlich hervorragend ist die Bürgermeinung über Walter Scheel, den Ehrenvorsitzenden, Er ist nicht nur ein loyaler und wichtiger Ratgeber Genschers – ganz sicher wird er noch eine politische Rolle spielen.

Mit Wolfgang Mischnick, Graf Lambsdorff, den viele für die Nummer zwei hinter Genscher halten, Gerhart Baum und Josef Ertl hat die FDP vier weitere Politiker vorzuzeigen, die alle ihre besonderen Zielgruppen im liberalen Potential haben.

Im Blick auf ihr Führungspersonal braucht die FDP also keine Zukunftsängste zu haben. Ein paar Veränderungen im gehobenen bis mittleren Management reichen aus, um die Attraktivität der Führung zu erhalten und zu steigern.