Wie heißt es nun eigentlich: Eine Anzahl, eine Menge, eine Masse, ein Dutzend Leute war da oder waren da? Beides scheint mir möglich. Das Verbum im Singular wird setzen, wer Anzahl, Menge, Dutzend und dergleichen Wörter als Substantive empfindet; wer in ihnen eher zufällig in Substantiv-Form gepaßte Zahlwörter sieht, mag den Plural vorziehen.

So weit, so gut. Beim ersten sind wir frei, beim zweiten sind wir Knechte. Ein zweites ist zum Beispiel der Kasus. Bei „Leute“ macht der Kasus sich erst bemerkbar, wenn zum Beispiel ein Adjektiv dazutritt: „feine Leute“.

Ist ein Dutzend Zahlwort, dann kann es weitergehen wie nach jedem Zahlwort: zwölf, ein Dutzend, viele feine Leute waren da. Ist ein Dutzend jedoch Substantiv, dann muß der davon abhängige Satzteil im Genitiv und das Verb im Singular stehen: Ein Dutzend feiner Leute war da.

Alles klar? Jetzt wird’s noch etwas komplizierter. Ehe Sie darüber hinaus lesen, überlegen Sie bitte, was an dem folgenden Satz falsch ist: „Schlecht ist der Satzbau, in dem ein Dutzend abstrakter Substantive ihren Kegelabend feiert.“ Stammte er nicht von jemandem, der uns deutsche Sprache lehren will, könnte man ihn vielleicht passieren lassen. Nein, auch dann nicht.

Zu fragen ist: Wer feiert? Die Substantive? Nein, die müßten denn doch im Plural feiern. Wo das Verb im Singular steht, kann es nur das Dutzend sein, das feiert. Wem bei einem feiernden Dutzend Unbehaglich wird, der muß diese Form der Aussage eben vermeiden und vielleicht von einem Satzbau schreiben, „in dem viele abstrakte Substantive ihren Kegelabend feiern“, oder auch: „in dem Dutzende abstrakter Substantive feiern“. Warum denn nicht? Bleibt er jedoch bei dem als Substantiv behandelten Dutzend, dann hilft ihm kein Duden, dann muß es heißen: „in dem ein Dutzend abstrakter Substantive seinen Kegelabend feiert“.

Leo