Von Martin Tschechne

Wie heißt der Bürgermeister von Wesel? Wohl jeder und vor allem Kinder wollen, es immer wieder wissen. Sie rufen die Frage gegen eine Steinwand, und das Echo antwortet: Esel. Das ist häufig schon alles, was den Leuten anderswo zu Wesel einfällt.

Was liegt also näher für den Ortsfremden, als dieser Berühmtheit, der ersten und meist einzigen Assoziation zu der Kleinstadt am Niederrhein, einmal nachzuspüren?

Gelegenheit dazu ergab sich auf dem Weseler Stadtfest, den „PPP-Tagen“. PPP steht für Panken, Plunder, Promenade; der Name soll ein bißchen Geschichte und ein bißchen Gegenwart der Feierlichkeiten wiedergeben.

Pauken, weil bei den ersten Stadtfesten die amerikanischen Soldaten noch mitgewirkt haben, die in der Nähe der Stadt, am äußersten westlichen Rand der Bundesrepublik, ihre komplizierten Waffensysteme töten.

Plunder, weil in der Fußgängerzone zwischen Bahnhof und Dom ein Flohmarkt veranstaltet wird, auf dem sich Düsseldorfer Profi-Trödler wiedertreffen.

Promenade, weil man dort halt promeniert. So auch und vor allem der Bürgermeister. „Good morning, Herr Bürgermeister, begrüßt ihn sein Amtskollege aus der englischen Partnerstadt Felixstowe. Das liegt in der Nähe von Harwich an der Ostküste, und die Partnerschaft ist so eng, daß man bald eine eigene Fährlinie zwischen dem Niederrhein und dem englischen Containerhafen einrichten könnte. Besonders von England nach Wesel. Eine ganze Delegation hat Mayor Savage mitgebracht; er trägt feinen Nadelstreifen und eine schwere Amtskette – ein höchst offizieller Besuch.