Generalstabsarbeit für das große Treffen der Aktionäre

Von Heinz-Günter Kemmer

Wenn der Veba-Vorstandsvorsitzende Rudolf v. Bennigsen an diesem Donnerstag in den Ring steigt, dann hat er bereits vier Sparringsrunden hinter sich. Denn der Veba-Hauptversammlung in der Duisburger Mercatorhalle sind schon vier sogenannte Regionalversammlungen – in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München – vorausgegangen. „Wenn wir die hinter uns haben“, so sagt der Veba-Chef, „dann wissen wir, was die Aktionäre bewegt.“

Die Regionalversammlungen, die die Veba ab einziges deutsches Unternehmen pflegt und die sie sich jährlich etwa 250 000 Mark kosten läßt, sind freilich nur ein bescheidenes Stück der Vorbereitung auf das große Ereignis Hauptversammlung; mit diesen vierTagen ist das nicht getan. Denn eine Hauptversammlung ist, so sagt der für die Vorbereitung zuständige Veba-Prokurist Hans Kolf, „immer ein Neunmonatskind“.

Und auch das ist noch untertrieben, denn die Verträge über die jeweilige Veranstaltungshalle werden weit früher gemacht So hat sich Kolf schon im Mai vergangenen Jahres mit dem Geschäftsführer der Duisburger Mercatorhalle über den diesjährigen Hauptversammlungstermin geeinigt. Eine so frühzeitige Disposition muß sein, weil die Veba keineswegs mit einem einzigen Tag auskommt. Sie belegt die Halle vielmehr für eine volle Woche mit Beschlag.

Schon am Montagnachmittag waren Rechenzentrum und Lautsprecheranlage installiert, standen im Foyer der Halle Fernsehgeräte, die auch denen den Verfolg der Hauptversammlung ermöglichen sollen, die den Saal vorübergehend verlassen. Die Installation nehmen Veba-Mitarbeiter vor, die gleichzeitig darauf achten, daß keine versteckten Sprengsätze die Sicherheit der Teilnehmer gefährden.

Kolf ist an diesem Montag allgegenwärtig, für jeden ansprechbar. Und er sieht alles. So bleibt er vor dem für Aufsichtsrat und Vorstand bestimmten Podium, an dem gerade die Namensschilder angebracht werden, plötzlich stehen. Zwei Schilder sind vertauscht – nicht dem Betriebsratsvorsitsenden Alfons Cojaniz, sondern dem IG Bergbau-Chef und stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Adolf Schmidt gebührt der Platz neben dem Notar.