ZEIT: AEG-Telefunken hat Vergleich angemeldet. Sie als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind davon besonders betroffen. Denn damit ist doch wohl Ihr Einfluß auf das Unternehmen beendet?

Kittner: Die Unternehmensverfassung und die Unternehmensorgane sind formal intakt geblieben; Aufsichtsrat und Vorstand handeln, freilich mit reduzierten Möglichkeiten. Klar ist aber, daß wir jetzt vor den Ereignissen hergetrieben werden, Unseren Kollegen im Wirtschaftsausschuß des Unternehmens ist in der letzten Woche eine exakte Aussage über ein Gesamtkonzept verweigert worden.

ZEIT: Mit welcher Begründung?

Kittner: Der Vorstand beruft sich gegenüber den Belegschaftsvertretern darauf, daß ihm alles, was er jetzt tut, vom Bankenkonsortium vorgegeben wird. Er sagt, er habe von diesem Gremium den Auftrag, alle Betriebe zu schließen, die rote Zahlen schreiben. Das zeigt, daß die wahre Macht zur Bestimmung der Geschicke dieses Unternehmens auf ein sehr ominöses Gremium verlagert wird.

ZEIT: .. „auf die Vertreter der kreditgebenden Banken...

Kittner:...auf ein Gremium, das niemandem verantwortlich ist, das für keine Publizität zu sorgen hat, das machen kann, was es will und das nicht einmal auf eine gemeinsame Maxime verpflichtet ist.

ZEIT: Hätten eben deshalb nicht auch die Arbeitnehmervertreter einen Vergleich verhindern müssen – koste es, was es wolle?