Von Gunter Hofmann

Wiesbaden, im August

Er trumpft nicht auf und duckt sich nicht. Er gibt Sich weder als maßloser Konservativer noch als maßvoller Liberaler. Wenn er von einem notwendigen Wechsel spricht, bleibt in der Schwebe, was er damit wirklich meint. Statt großer Sprüche verkündet er pastoral mit Luthers Worten, ein jeder habe „sein Apfelbäumchen zu pflanzen, auch wenn er der Ernte, nicht gewiß sein kann“.

Es fällt also leichter, zu sagen, was Alfred nicht will und ist, als seine Ziele und sein einungsbild zu beschreiben. Offenbar will er im Augenblick einfach nicht auffallen. Diesen Eindruck bestätigt auch sein Auftritt beim Darmstädter CDU-Landesparteitag am vergangenen Wochenende: eine ruhige Rede, kein Jubel, der Anzug ist dunkelblau und solide geschnitten, das lächeln freundlich und unverbindlich.

Die CDU – und ihr Spitzenkandidat voran – möchte vor den Wahlen am 26 September in Hessen niemanden mehr verwirren. Bloß keine falsche Bewegung, bloß kein unbedachtes Wort, heißt die Devise. So reagiert eine Partei, die glaubt, daß das Rennen im Grunde schon gelaufen so-