Bluthochdruck, so lautet eine Arbeitshypothese von Helen Strausser von der Rutgers-Universität im amerikanischen Bundesstaat New Jersey, ist auch auf eine fehlgelenkte Funktion der Körperabwehr zurückzuführen. Theoretisch sollten Gaben des körpereigenen Hormons Thymosin diesen Zustand korrigieren. Thymosin wird von der Thymusdrüse (Bries), einer wenige Gramm leichten Drüse hinter dem Brustbein, produziert. Das Hormon eilt als Aktivator des Immunsystems; es soll mithelfen, einen bestimmten Übergriff des Abwehrsystems auf körpereigenes Gewebe zu verhindern. Strausser überprüfte 1977 in Versuchen mit Ratten, die einen genetisch verankerten Bluthochdruck entwickeln, ob der Streßfaktor Hochdruck die Leistung des Abwehrsystems schwächt. Nach Gabe von Thymosin normalisierten sich die Druckwerte. Eine Erklärung sieht die Forscherin in dem Abbau bestimmter Folgeprodukte der fehlgelenkten Abwehrleistung (Antigen-Antikörper-Komplexe) im Nierengewebe. Derlei Produkte bewirken in der Niere des Menschen Entzündungsprozesse, die Bluthochdruck auslösen können. pj