Während die deutschen Wertpapierfonds immer noch unter Mittelabflüssen zu leiden haben, verzeichnen die offenen deutschen Immobilienfonds wieder ein stetiges Wachstum. In der Vergangenheit haben die Grundstücks-Fonds bessere Ergebnisse erwirtschaftet als die Wertpapierfonds.

Je mehr der Staat an der Steuerschraube dreht, desto wichtiger ist es, bei jeder Vermögensanlage die steuerliche Seite im Auge zu behalten. Das gilt auch beim Immobilienerwerb. Aus diesem Blickwinkel heraus gelten sogenannte „geschlossene Immobilienfonds“ – meist Kommanditgesellschaften – als besonders vorteilhaft. Denn die Beteiligung an den geschlossenen Fonds wird zu einem erheblichen Teil aus ersparten Steuern finanziert.

Das ist bei den offenen Fonds, die dem Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften unterliegen, nicht möglich. Ihre Zertifikate müssen mit versteuertem Geld erworben werden. Das ist der Hauptgrund, warum an ihnen der breite Strom der für die Immobilienanlage bestimmten Gelder vorüberfließt.

Dabei sind auch die offenen Immobilienfonds steuerlich keineswegs uninteressant. Denn bei ihrnen ist nur ein Teil der Jahresausschüttung steuerpflichtig. Wer zur Einkommensteuer veranlagt wird, hat nur den Teil der Ausschüttung zu versteuern, der aus Mieteinnahmen und Zinsen stammt. Werden zur Ausschüttung Gewinne aus dem Verkauf von Grundstücken oder Rentenpapieren herangezogen, können diese steuerfrei vereinnahmt werden. Die Wertsteigerungen der Zertifikate unterliegen ohnehin nicht der Einkommensteuer. Es sei denn, sie werden innerhalb von sechs Monaten gekauft und verkauft und der daraus resultierende Kursgewinn erreicht 1000 Mark im Jahr und mehr.

Um die Zertifikate der offenen Immobilienfonds steuerlich reizvoll zu machen, sind die Fonds-Verwaltungen bemüht, einen möglichst hohen Teil ihrer Jahresausschüttung steuerfrei für den Privatanleger zu halten.

Zur Zeit werden zwischen 40 und 65 Prozent der anfallenden Fondsrendite je nach Zusammensetzung des Fonds versteuert, gab kürzlich Friedrich W. Sögtrop, Mitglied des Immobilien-Ausschusses im Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften BVI, bekannt. Wobei Rendite in diesem Fall Ausschüttung plus Wertsteigerung ist.

Sögtrop weist darauf hin, daß eine durchschnittliche Rendite von sieben Prozent jährlich, wie sie von sämtlichen deutschen Immobilienfonds bei langfristiger Betrachtung erreicht wird, unter dem steuerlichen Gesichtspunkt ein ganz anderes Gewicht bekommt.