Die einen und die anderen

Schon im Februar hatte sich die Zerstörung Dresdens zum 38. Male gejährt. Doch erst jetzt durften 20 000 propere Pioniere und FDJler eine Gedenktafel enthüllen, die an die „barbarischen anglo-amerikanischen Bomben“ erinnern soll. Scheinbar zwangsläufig schlich sich die Gegenwart in die Gedenkfeier ein: Wieder würden Atomraketen auf Dresden gerichtet, grübelte Oberbürgermeister Schill vor der Ruine der Frauenkirche; die Zerstörungswut des Imperialismus gefährde die friedvolle und glückliche Zukunft der Kinder in der DDR. Schills Botschaft: Der Sozialismus müsse gestärkt, nicht aber mit unbequemen Fragen nach dem Sinn von Rüstung und Kriegsdienst behelligt werden, wie es am 13, Februar – pünktlich zum Jahrestag des Infernos 3500 weniger propere Jugendliche in Jeans und Park? beim Friedensforum in der Frauenkirche getan hatten.

Ohne Petrus

Wenn der Papst ex cathedra spricht, sitzt er nicht auf dem Thron des heiligen Petrus. Dies zumindest behauptet die Italienerin Margherita Guarducci. Sie hatte Gelegenheit, das wertvolle Stück im Jahre 1968 zu examinieren, und kam zu dem Schluß, daß der Peters-Thron im 13. Jahrhundert gezimmert wurde, unter Einschluß der wertvolleren Teile zweier älterer Throne. Den ersten brachte ein römischer Christenverfolger im dritten nachchristlichen Jahrhundert von Alexandria nach Rom (sein Schwiegersohn Konstantin machte dann das Christentum zur Staatsreligion); der zweite könnte durch Karl den Großen in die päpstliche Stadt gelangt sein. Bei der Anfertigung des jüngeren karolingischen Stücks gab es offenbar Ärger. Die Arbeiter verlangten (und schrieben auf einen Teil nieder): „Mehr Salami und Käse.“

Placet zum Einmarsch

Für Jimmy Carter gibt es keinen Zweifel: Natürlich, so beschied Ronald Reagan? Amtsvorgänger amerikanische Journalisten, sei Washington informiert worden, daß Israel in den Libanon einmarschieren werde und es habe auch sein Placet dazu gegeben. Carters Kronzeugen: „sehr gut informierte“ israelische Quellen. Außenminister Shultz sagte dazu, diese Darstellung der Dinge sei nicht richtig. Doch Carter bestätigt nachträglich nur, was Gideon Rafael – ein gut informierter Ex-Diplomat – schon im ARD-„Frühschoppen“ zur Verblüffung der Höfer-Runde als selbstverständlich hingestellt hatte: Die Israelis hätten im Libanon-Krieg eine Aufgabe auf sich genommen, die Amerika gebilligt habe – die PLO zu eliminieren. (ZEIT Nr. 34, 20. August).

Das Atoll als Schießplatz