Da tanzt über eine mit Sonnenblumen bedeckte Wiese, wie sie nur noch in Ökologie schen Schutzgebieten oder Werbespots zu finden ist, ein verliebtes Paar. Unvermittelt wendet er sich naserümpfend ab. Nanu, fragen sich der Zuschauer und die junge Dame überrascht, was hat er denn?

Doch bevor aus der Romanze eine unglückliche Liebesgeschichte werden kann, mischt sich aufklärend ein smarter Herr aus der Werbebranche ein. Die Dame benutzt – so wird uns gesagt – entweder das falsche Deodorant oder ein untaugliches Zahnputzmittel. Mit anderen Worten, sie riecht, beziehungsweise sie roch. Doch das ist gar nicht wahr, ist vielmehr alles erstunken und erlogen. Er riecht, oder nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen gesagt: Männer stinken.

Das ist im Starnberger Max-Planck-Institut nun ruchbar geworden. Zwei Wissenschaftlerinnen hatten der Verhaltensforschung mittels Nase zu neuen Einsichten verhelfen wollen und waren dabei auf dieses Faktum gestoßen. Geschlechtsspezifischer Geruch als ein Mittel "zwischenmenschlicher Kommunikation" war ihr Thema gewesen, und tatsächlich hatten sich deutsche, italienische und japanische Ehepaare gefunden, der Wissenschaft einen schweren Dienst zu tun.

Sieben Nächte lang trugen sie ein standardisiertes Unterhemd – bei einheitlich hygienischen Vorschriften. Dann folgte der Riechtest. Die Beschnupperung aller Hemden absolvierte ein Drittel der Teilnehmer sehr erfolgreich. Sie identifizierten sowohl das eigene Nachtgewand als auch das des Ehemannes beziehungsweise der Ehefrau. Ebenso klar wurde von einem weiteren Drittel erschnüffelt, ob ein Mann oder eine Frau dringesteckt hatte.

Als es dann aber um die übergreifenden Erkenntnisse ging, ließ es sich nicht mehr verheimlichen. Fast alle Frauen fanden ihren eigenen Geruch absolut angenehm, während die Männer zugeben mußten, daß nicht einmal sie selbst sich zuchen konnten.

Für die Japaner gab es obendrein noch eine weitere herbe Überraschung: Das Hemd ihres Ehemannes hatte zumal vielen Japanerinnen besonders gestunken. Das läge daran, formulierten es die Wissenschaftlerinnen kulturspezifisch, daß in Japan traditionsgemäß viele Eben aus gesellschaftlich-familiären Erwägungen geschlossen würden und weniger aus Liebe. Allerdings ein Zustand, der auch in anderen Ländern und Gesellschaftsschichten wahrlich zum Himmel stinkt.

Nicht bekannt ist, ob die Untersuchung für das Zusammenleben der Versuchspaare Folgen gehabt hat. Deutlicher gesagt, ob es nachher Stunk gab, was, wenn man den sprachlichen Zusammenhängen folgen. will, immerhin denkbar wäre. Denn wer stänkert und die Luft verpestet, stiftet Unfrieden und bekommt dann zu hören: "Du stinkst mir." Oder auch: "Ich habe die Nase voll."